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Fundamente und Bestattungen der Georgenkirche

Obj.-Dok.-Nr.: 09010174
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Otto-Braun-Straße
Denkmalart: Bodendenkmal
Sachbegriff:
Datierung: nach 1250

In der Nähe der nordöstlichen Ausfahrtrampe des Straßentunnels Otto-Braun-Straße stand bis zur Sprengung der Kriegsruine im Jahre 1950 die St. Georgen-Kirche. Im Boden befinden sich noch Fundamente der Kirche und ihrer Vorgängerbauten sowie Bestattungen des dazugehörigen Friedhofs. 1272 wurde ein Sankt-Georgen-Hospital an dieser Stelle erstmals erwähnt, das fremden und heimatlosen Kranken vor den Toren der Stadt Aufnahme gewährte. Mit dem Anwachsen der Berliner Vorstädte vor der Stadtbefestigung wurde die Kapelle des Hospitals 1689 Pfarrkirche der Georgenvorstadt. Sie erhielt in den folgenden Jahrzehnten eine Sakristei, einen Turm an der Westseite und ein Grabgewölbe unter dem Kirchenschiff. 1779-1780 verbreiterte und verlängerte August Gotthilf Naumann das Kirchenschiff zu einer Saalkirche. Wegen der explosionsartigen Bevölkerungszunahme in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts musste 1894-98 nach Entwurf von Johannes Otzen ein Neubau errichtet werden. Diese Großkirche mit ihrem 106 Meter hohen Turm beherrschte bis zu ihrer Zerstörung das östliche Stadtgebiet um den Alexanderplatz.

Bei Tiefbauarbeiten wurden 1965 Bestattungsreste geborgen und vom Märkischen Museum dokumentiert. Dabei ließen sich Alter und Lage der Bestattungen nicht ermitteln, weil die Schachtung auf ein Bohrloch von nur 2,3 qm Fläche zurückging. Die Belegungsfolge und Größe des Friedhofes sind noch unbekannt.

(aktualisiert am 11.08.2016)

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 425 f.