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S-Bahnhof Frankfurter Allee

Obj.-Dok.-Nr.: 09010010
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Friedrichshain
Strasse: Frankfurter Allee
Hausnummer: 111
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bahnhof (S)
Datierung: 1890
Entwurf: Bordekow (Architekt)
Ausführung: Schwartzkopff (Architekt)
Bauherr: Neubaubureau der königlichen Eisenbahndirection

Einige bemerkenswerte Verkehrsbauten haben sich im Gebiet entlang der Frankfurter Allee erhalten. Die Ringbahnstation Frankfurter Allee, gelegen in der Frankfurter Allee 111, wurde 1889-91 etwas nördlich der ersten Haltestelle Friedrichsberg (1897 in "Frankfurter Allee" umbenannt) errichtet. Sie liegt an der Kreuzung der Ringbahn und der Frankfurter Allee, der wichtigsten Ausfallstraße Berlins in Richtung Osten. Regierungsbaumeister Bordekow entwarf das Empfangsgebäude in einem etwas akademisch anmutenden neogotischen Stil, wie er vor der Jahrhundertwende modern wurde und gleichzeitig auch an anderen Strecken zu finden ist. Er ergänzte den Durchgang zu den Gleisen um eine geräumige Eingangshalle mit den damals neuartigen quer gerückten Billettausgaben. Gleichzeitig entstand ein neuer Zugang zum Bahnsteig, der 1911-12 um einen zweiten ergänzt wurde.

1871 war der Nordring zunächst zweigleisig für Personen- und Güterverkehr freigegeben worden. Parallel mit dem Stadtbahnbau kamen später zwischen Rummelsburg und Landsberger Allee zwei weitere Gleise hinzu. Während sich die Einwohnerzahl Berlins bis Ende der neunziger Jahre verdoppelt hatte, wuchs sie im Einzugsbereich dieses Ringbahnhofs um das Zehnfache an. Der Bahnhof Frankfurter Allee gehört zu den historischen Verkehrsbauten, die heute eine Stufe der rasanten Verstädterung von ehemals ländlichen Vorortsgebieten anschaulich dokumentieren.


1) Das ursprüngliche Empfangsgebäude wurde bis in die zwanziger Jahre zu Verwaltungszwecken weitergenutzt.

Literatur:
  • Schmidt, Stadtbahn, 1984 / Seite 14-18
  • Boxhagen-Rummelsburg (=Monographien deutscher Landgemeinden, Bd. 1), hrsg. v. Erwin Stein, Oldenburg 1912 / Seite Bd. 1
  • BusB X B 2 1984 / Seite 154
  • Topographie Friedrichshain, 1996 / Seite 177-179