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Denkmal - Aktuelles

Veranstaltungsdetails

Denkmal – Stadt – Entwicklung
"Gemeinschaftsaufgabe Stadtplanung und Denkmalschutz"
Fachtagung Oberster Denkmalschutz
Fachtagung Oberster Denkmalschutz
Foto: Philipp Meuser

Datum 29.06.2016 bis 30.06.2016
Veranstaltungsort Rathaus Charlottenburg, Festsaal, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin
Veranstalter Stabsstelle Denkmalschutz und UNESCO-Welterbe; Oberste Denkmalschutzbehörde
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Der aktuell rasant steigende Bedarf an Neubauten für Wohnraum, Arbeitsplätze und infrastrukturelle Folgeeinrichtungen rückt den baulichen Bestand der Städte in den Mittelpunkt künftiger Stadtentwicklungsstrategien. 
Und dabei geht es keinesfalls allein um Denkmale, sondern um den Gebäudebestand in seiner baulichen, funktionalen und stadträumlichen Gesamtheit. Verdichtung, Veränderung und Nutzungswandel üben in der Folge einen gewaltigen Druck auf die bestehenden Baulichkeiten aus, die inzwischen weit mehr als Dreiviertel der Stadtflächen besetzen. 
Der vorhandene Bestand ist das Medium, der das Handeln der verschiedenen Akteure auf den Prüfstand stellt. Er ist der gemeinsame Gegenstand, dessen Erhalt bei gleichzeitiger Entwicklung ein anderes Miteinander der verschiedenen Disziplinen braucht und ein Überdenken von Planungsverfahren, Institutionen und Instrumenten erfordert.
 
Eine gemeinsame Fachtagung der Berliner Stadtplanungs- und Denkmalbehörden unter dem Titel „Denkmal – Stadt – Entwicklung“ soll die Anforderungen an ein konzertantes Zusammenspiel zwischen diesen beiden Disziplinen der Stadtentwicklung in den Blick nehmen. Der Austausch über positive und kritische Erfahrungen, Ursachen für Akzeptanzprobleme, differenzierte Herangehensweisen und kreative Ansätze aus dem Erfahrungsschatz beider Professionen soll den Dialog auf Augenhöhe ankurbeln. Er soll Ideen liefern für ein Umdenken und Neujustieren von Prozessen und Instrumenten beider Disziplinen mit dem Ziel eines effizienten, berechenbaren, qualitäts- und ergebnisorientierten Zusammenspieles, wie es eine integrierte Stadtentwicklung erfordert.
 
Wenn der Fokus über den Denkmalbestand hinaus auf den Gesamtbestand gerichtet sein muss, dann weil
  • massiver Investitionsdruck einer wachsenden Stadt,
  • dramatischer Bedarf an Wohnungsbau und Flüchtlingsunterkünften sowie
  • massive Herausforderungen an Klimaschutz und Klimafolgenanpassung im Kontext ambitionierter Klimaschutzziele bis 2050
auch zugleich mit Gefährdungen für den Bestand und die Gestaltqualität der Stadt einhergehen können und somit den differenzierten Umgang erfordern. Hier sind Verständigung und Interessensausgleich gefragt:
Maßnahmen zur Verdichtung, Umnutzung und Veränderung des baulichen Bestands setzen ein Mindestmaß an Kenntnis baukultureller Qualitäten voraus. Diese ist bei der kleinen Gruppe der Denkmale bekannt. Darüber hinaus zeichnen sich inzwischen bei weit mehr Gebäuden als den Denkmalen erhaltenswerte Qualitäten heraus, die in der Summe die Identität, Spezifik und Alleinstellungsmerkmale Berlins ausmachen.
Andererseits erfordert ein gestiegener „Bedarf an Stadt“ für die unterschiedlichsten Ansprüche ein ebenso kritisches Betrachten dessen, was da ist und eine sorgsame Analyse von Veränderungs- und Erweiterungsoptionen, also auch eine sorgsame Abwägung von Erhaltungsansprüchen.
 
Eine wachsende Stadt braucht Wurzeln, braucht Vergangenheit. Je stärker die Wurzeln und der Stamm sind, umso gesünder ist der Baum, ist die Stadt. Zukunft und Herkunft bedingen sich. Für die Stadtentwicklung bedeutet das ein vorbehaltloses Verhandeln von Entwicklungsoptionen und Erhaltungspriorität.
 
Hierzu soll die Tagung anregen und einen Auftakt bilden, wenn es künftig um folgende Schwerpunkte geht:
 
  1. Stadtentwicklung und Denkmalpflege: Zusammenspiel möglich?
  2. „Besonders erhaltenswert“ in Berlin: Welche Substanz? Wie veränderbar?
  3. Verdichtungen: Was Städtebau für die bestehende Stadt leisten kann.
Die gemeinsame und zuständigkeitsübergreifende Suche nach Lösungen stellt die handelnden Akteure vor große Herausforderungen und zeigt zugleich Grenzen, die es erfordern, bestehende Zuständigkeiten, Plan- und Regelwerke, tradierte Verfahren ebenso wie Instrumente und Standards auf den Prüfstand von Stadtplanung und Denkmalpflege zu stellen.