Denkmal  
 

Tag des offenen Denkmals 2015 - Sonderveranstaltungen

werkstatt denkmal


Ehem. Tresorfabrik S.J.Arnheim, Wedding; Foto: Wolfgang Bittner, Landesdenkmalamt Berlin

Jugendprojekt von Denk mal an Berlin e.V. in Kooperation mit dem Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen (ABR)

Zum Tag des offenen Denkmals 2015 zeigen Berliner Schulklassen die Ergebnisse ihrer Projektwochen. Exemplarisch erläutern sie an Gebäuden und Plätzen ein Stück Geschichte und gewähren dabei Einblicke, wie sie sich ihren zukünftigen Lebensraum vorstellen. Unter dem Motto "Handwerk, Technik, Industrie" laden sie zu kreativen Führungen, praktischen Ausprobier-Aktionen und Erzähl-Cafés in historische Scheunen, Schlösser und ehemalige Fabriken ein.

Unsere diesjährigen Projekte:

Seit 2004 bieten Berliner Regionalmuseen unter dem Dach von Denk mal an Berlin e.V. Projektwochen an Schulen an. Rund 150 Kinder und Jugendliche bekommen zwischen Juni und September die Gelegenheit, außerhalb ihrer Klassenzimmer beispielhaft die Geschichte ihres Bezirks zu erforschen. Darauf aufbauend setzen sie eigene Ideen um, entwickeln Konzepte und erproben vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten.

In Projektwochen machen die Schüler Exkursionen, recherchieren am Denkmal vor Ort, besuchen Archive und Bibliotheken und nutzen moderne Medien. Sie kommen mit Experten und Initiativen in Kontakt und lernen den Hintergrund des Denkmals kennen, probieren in Werkstätten selbst Techniken aus und sprechen mit Zeitzeugen. Begleitet werden sie dabei von ihren Lehrern, Pädagogen des Museums sowie Kulturvermittlern und Denkmalpflegern. Sie erarbeiten sich wissenschaftliche Methoden und lernen exemplarisch wirtschaftliche und industrielle Veränderungen zu verstehen. Die Schüler diskutieren miteinander und beziehen unterschiedliche Standpunkte mit ein. Sie entwickeln eigene Konzepte zur Kulturvermittlung und bereiten die Präsentationen vor. Zum Tag des offenen Denkmals berichten die Schüler dann vor Ort von historischen und heutigen Berufsbildern, stellen mithilfe selbst erstellter Gips-Repliken das Handwerk des Stuckateurs vor, führen in historische Techniken zur Herstellung von Textilien oder Eis ein. Sie zeigen eine Wanderausstellung, Theaterszenen und Lichtinstallationen und demonstrieren Unterschiede in der Wirkung von elektrischem und gasbetriebenem Licht. Das abwechslungsreiche Programm richtet sich dabei insbesondere an Familien und jüngere Zielgruppen.

Durch den Blick der Kinder und Jugendlichen bekommen die Besucher die Gelegenheit, Berlins Baulandschaft aus der Perspektive der kommenden Generation zu betrachten. Unter dem Thema Handwerk beschäftigen sie sich mit den in Restaurierung befindlichen Stuckarbeiten im Schloss Biesdorf sowie dem böhmisch geprägten Dorf in Rixdorf-Neukölln, welches sich unter dem Einfluss der dort im 18. Jahrhundert angesiedelten böhmischen Glaubensflüchtlinge zu einem Motor der Berliner Textilindustrie entwickelte. An der ehemaligen Arnheimschen Tresorfabrik sowie am Pfefferberg wird die geänderte Nutzung eines ehemaligen Industrie- und Brauhandwerkstandorts deutlich. In Reinickendorf erinnert der historische Ort Krumpuhler Weg am Standort eines ehemaligen Arbeitslagers an den Einsatz von Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg. Der Krause'sche Pfuhl an der Rummelsburger Bucht dient als Überrest einer Eisgewinnungsanlage als Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit der vorindustriell und handwerklich geprägten Produktionsweise von Eis. Zur Industrialisierung gehörte auch, dass mithilfe von künstlichem Licht die "Nacht zum Tag" gemacht werden konnte. Davon zeugen die gasbetriebenen Straßenlaternen Berlins, welche vielfach durch strombetriebene Laternen ersetzt und somit Gegenstand einer Kontroverse zwischen Kulturgüterschutz und Energieeffizienz sind. Die Besucher erhalten so Einblicke in die exemplarische Auseinandersetzung der Schüler mit Themen und Objekten im Spannungsfeld von Tradition, Modernisierung und Globalisierung.

Auch in diesem Jahr konnten Schulen für das Projekt begeistert werden. Bereits im Grundschulalter sind Schüler daran interessiert, spielerisch erste Forschungsarbeiten an Denkmalen in ihrer Umgebung durchzuführen. Die Schüler der Mittelstufe sind in der Regel schon selbstständiger und versierter im Umgang mit historischen Inhalten und Techniken; hier bieten sich daher komplexere Aufgabenstellungen an. In der Oberstufe wählen die Jugendlichen Themen in Übereinstimmung mit ihren Interessensschwerpunkten und beruflichen Ideen.

Die Gesamtkoordination des Jugendprojekts führt der Verein Denk mal an Berlin durch. Er möchte auf diesem Weg das Interesse von Kindern und Jugendlichen am Denkmalschutz und ihrer Umwelt wecken. Die Teilnehmer sollen nach dem Projekt ihre bauliche Umgebung mit offeneren Augen wahrnehmen, sie kritisch betrachten und zeitgenössisch einordnen können. Ihnen soll das Bewusstsein vermittelt werden, mit ihrem Engagement Einfluss auf ihre Umgebung und auf Erhalt und Nutzung historischer Relikte nehmen zu können.


Hans Wall
Vereinsvorsitzender



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Denk mal an Berlin e.V.
Kantstraße 106, 10627 Berlin
Kontakt Jugendprojekt:
Tel.: 030 45 08 77-17, Jennifer Fielding
E-Mail: werkstatt@denk-mal-an-berlin.de


Titelfoto: Ehem. Tresorfabrik S.J.Arnheim, Wedding; Wolfgang Bittner, Landesdenkmalamt Berlin

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