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Tag des offenen Denkmals 2011 / Sonderveranstaltungen

Jugendprojekt: werkstatt denkmal


Jugendprojekt: werkstatt denkmal; links: Gesundheitshaus Pankow; Foto: Wolfgang Bittner; rechts: Figuren der Siegesallee auf der Zitadelle Spandau; Foto: Gunnar Nath
links: Gesundheitshaus Pankow; Foto: Wolfgang Bittner; rechts: Figuren der Siegesallee; Foto: Gunnar Nath

Veranstalter: werkstatt denkmal ist ein Gemeinschaftsprojekt des Arbeitskreises Berliner Regionalmuseen in Kooperation mit Denk mal an Berlin e.V.
Für ihre bisherigen Jugendprojekte zum Tag des offenen Denkmals bekamen die Kooperationspartner im vergangenen November den höchsten Berliner Denkmalpreis verliehen, die Ferdinand-von-Quast-Medaille.

Denk mal an Berlin e.V. - Logo
Kontakt: Christina Schumacher, Tel.: 030 44719333,
E-Mail: schumacher@denk-mal-an-berlin.de
 

Jugendprojekt zum Tag des offenen Denkmals

Von wegen alte Steine! Denkmäler stecken voller Geschichten, auch wenn man ihnen das vielleicht auf den ersten Blick nicht ansieht. Das Projekt werkstatt denkmal bringt junge Menschen und Berliner Denkmäler zusammen – und Orte zum Sprechen. Bei solch ungewöhnlichen Begegnungen gibt es viel zu entdecken und zu erfahren, z.B. dass wir alle ein Teil der Geschichte(n) sind, die unser Kiez erzählt.

Über 200 Kinder und Jugendliche aus ganz Berlin haben gemeinsam mit Künstlern, Museumspädagogen und Experten Zeit- und Forschungsreisen in die Vergangenheit ihrer alltäglichen Lebensumwelt gemacht und Denkmäler in der Nachbarschaft unter die Lupe genommen. Was sie davon mitgebracht haben? Das könnt ihr euch selber ansehen!

1. Wedding: Schulgebäude der ehem. 32. Gemeindeschule (Mitte Museum) und Ev. St. Pauls-Kirche
Zwei alte Häuser in der gleichen Straße: eine Kirche und eine Schule. Beide erzählen von der Zeit, als Berlin zur Großstadt und der Wedding (der früher ein Dorf vor den Toren der Stadt war) zu einem Stadtteil Berlins wurde. Wer hat damals eigentlich entschieden? Und warum? Hat sich das Leben der Menschen im Wedding deshalb geändert? Und welche Rolle spielten die Kirche und die Schule in der Pankstraße dabei? Wenn ihr auch so viele Fragen habt, dann seid ihr beim aufregenden Theaterstück über diese komplizierte Geschichte genau richtig!

2. Pankow: Gesundheitshaus
Gesundheit! Vor hundert Jahren spielte sie in Berlin eine große Rolle – wahrscheinlich, weil es nicht allzu viel davon gab. Viele Menschen lebten dicht gedrängt und unter miserablen Umständen in Mietskasernen, Anlaufstellen für medizinische Hilfe waren selten. Als 1928 das Gesundheitshaus in Pankow öffnete, war das eine kleine Revolution, denn hier gab es zum ersten Mal alle Fürsorge unter einem Dach. Schüler haben sich das Haus (heute sitzt dort das Gesundheitsamt) von oben bis unten angesehen und in alten Dokumenten geforscht. Auf einem Rundgang durch das Gesundheitshaus erfahrt ihr alles über seine Geschichte, seine Bewohner und Besucher.

3. Neukölln: Garnisonfriedhof am Columbiadamm
Wusstet ihr, dass der Flughafen Tempelhof früher ein riesiger Übungsplatz für Berliner Soldaten war? Gleich nebenan wurde vor 150 Jahren ein kleiner Friedhof eingerichtet, auf dem viele gefallenen Soldaten begraben wurden. Offiziere ließen sich prächtige Grabmale bauen. Wenn ihr euch die Denkmäler auf dem Friedhof anseht, werdet ihr euch vielleicht wundern, dass sie wenig vom Leid der Kriege zeigen, sondern die Soldaten als Helden feiern. Was erzählen die Grabmale und was verschweigen sie? Jugendliche haben für euch genau hingeschaut und laden euch zu einem spannenden Rundgang über den Garnisonfriedhof ein!

4. Friedrichshain: Denk mal an Revolution – Friedhof der Märzgefallenen
Wer etwas verändern will, muss den Mund aufmachen. Manchmal gehört dazu ziemlich viel Mut. Daran erinnern viele Orte in Berlin – z.B. der Friedhof der Märzgefallenen im Volkspark Friedrichshain. Dort liegen über 200 Berliner Bürger begraben, die bei Straßenkämpfen ums Leben kamen. Das war im März 1848, als viele Menschen für Meinungsfreiheit und für Veränderung in ihrem Land auf die Straße gingen. Wollt ihr mehr zur Revolution von damals oder zu diesem besonderen Denkmal erfahren? Dann folgt einfach dem Demonstrationszug, der mit Transparenten und Flugblättern über den Friedhof zieht.

5. Lichterfelde: Erste elektrische Straßenbahn der Welt
Könnt ihr euch Berlin ohne Busse, U-, S- und Straßenbahnen vorstellen? Zwar gab es einige dieser Verkehrsmittel auch schon vor 150 Jahren, aber da wurden sie noch von Pferden über das Berliner Pflaster gezogen. Auch die Geschichte der Straßenbahn begann als Pferdebahn. Bis der Erfinder Werner von Siemens eine Bahn baute, die wie von selbst fuhr. Im Mai 1881 begann sie in Lichterfelde ihren Dienst als erste elektrische Straßenbahn der Welt. Schüler aus Lichterfelde haben sich diese spannende Geschichte rund um Großstadt, Technik und Verkehr genauer angesehen und stellen euch ihre Forschungsergebnisse vor.

6. Spandau: Denkmal des Freiherrn vom und zum Stein und die Figuren der Siegesallee
Wenn ihr vor hundert Jahren in Berlin gelebt hättet, würdet ihr wie jedes Kind die Siegesallee und die "Puppen" im Tiergarten kennen. So nannten die Berliner die 32 Denkmäler aus Marmor, die am Wegesrand standen und ein Geschenk Kaiser Wilhelms II. waren. Sie stellten Grafen, Fürsten und Könige aus Brandenburg und Preußen dar, die jeder Schüler auswendig hersagen können musste. Heute lagern die Reste der Statuen in der Zitadelle und werden dort restauriert. Nur der Freiherr vom Stein steht zur Besichtigung in der Spandauer Mönchsgasse. Dort erfahrt ihr in einer Open-Air-Ausstellung mehr zur "Puppenallee", zu Otto dem Faulen und zum "Denkmalwilly".

7. Reinickendorf: Borsigwerke in Tegel
Früher rauchten die Fabrikschornsteine – heute könnt ihr am selben Ort in den Hallen am Borsigturm shoppen gehen. Gar nicht so einfach sich vorzustellen, wie es war, als hier vor über hundert Jahren die Arbeiter der Firma Borsig in riesigen Werkshallen Dampfmaschinen und Lokomotiven bauten! Borsigs Eisenbahnen waren damals berühmt und in der ganzen Welt gefragt. Um das auch den Berlinern zu zeigen, ließ Borsig auf dem Fabrikgelände das erste Berliner Hochhaus bauen. Viel spannender als die restaurierten Gebäude sind die Hallen, die heute leer stehen und verfallen. Hier sind Tegeler Kinder alten und neuen Spuren gefolgt und haben verborgene Bilder und Geschichten für euch aufgedeckt.

8. Reinickendorf: Gedenkstätte "Historischer Ort Krumpuhler Weg"
Manchmal erzählt ein Ort sehr unterschiedliche Geschichten. Wie das Gelände am Billerbecker Weg: Dort befand sich das "Lager Krumpuhler Weg", in dem während der Nazizeit Zwangsarbeiter wohnten, die unter furchtbaren Umständen für Rüstungsfirmen arbeiten mussten. Nach dem Krieg zog eine Grundschule in die Baracken ein. Später wollte man am liebsten Gras über die Geschichte wachsen lassen: Der Ort wurde zur Gartenarbeitsschule mit einem Schaugarten, in dem es sogar ein kleines Teehaus in einem Japangarten gab. Schüler sind all den Geschichten gefolgt und stellen euch dieses seltsame Gelände in einem besonderen Rundgang vor.

Macht mit bei der großen Denkmal-Rätsel-Rallye! An jeder Station gibt es drei Fragen zum Knobeln, Forschen und genauen Hinsehen. Wer sechs Fragen richtig beantwortet hat, nimmt an der Preisverlosung teil.

Eindrücke von der Projektarbeit vermittelt eine kleine Ausstellung im Rahmen des Berliner Denkmalsalons.

werkstatt denkmal kann dank der Förderung des Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung, der Jugend- und Familienstiftung Berlin, der Kreuzberger Kinderstiftung und der Meridian Stiftung realisiert werden.

Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung   Jugend- und Familienstiftung Berlin   Kreuzberger Kinderstiftung   Meridian Stiftung