Denkmal  
 

Tag des offenen Denkmals 2006

Grußwort der Deutschen Stiftung Denkmalschutz


Schloss Biesdorf
Foto: W. Bittner


Seit Berlin Bundeshauptstadt ist, hat sich das Stadtbild stark verändert. Viele innovative Bauten international bekannter Architekten sind zum vorhandenen Bestand hinzugekommen. Architekturführer beschäftigen sich mit ihnen ebenso wie mit der historischen Stadt Berlin. Weniger bekannt ist vielleicht, dass Berlin zu den grünsten Städten Deutschlands gehört. Manch Zugereister ist erstaunt, dass die Metropole neben zahlreichen großen Parkanlagen, Stadtplätzen und Gärten auch ausgedehnte Waldgebiete besitzt. Einige dieser Garten- und Parkanlagen sind erst in den letzten Jahren und Jahrzehnten angelegt worden, doch der Großteil hat eine teils jahrhundertealte Geschichte und gilt unter Gartenliebhabern und Denkmalpflegern als beispielhaft für seine Gattung.

Seit 1993 ist der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordinierte Tag des offenen Denkmals ein bedeutender Beitrag zur öffentlichen Wahrnehmung von Denkmalschutz und Denkmalpflege. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sonst gar nicht oder nur selten geöffnete historische Baudenkmäler zu besuchen. 4,4 Millionen Besucher verzeichneten wir allein im letzten Jahr in bundesweit über 7.000 geöffneten Objekten. Das enorme Interesse dieser Menschen an der Aktion zeigt, wie wichtig den Besuchern unser kulturelles Erbe ist.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat dank ihrer mehr als 150.000 privaten Förderer, der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale und zeitweiligen öffentlichen Zuwendungen in den letzten Jahren auch in Berlin einen wichtigen Beitrag zum Erhalt bedrohter historischer Bauwerke geleistet. Mehr als hundert Denkmale allein in Berlin konnte sie in den letzten 15 Jahren mit Fördermaßnahmen unterstützen! Die Bandbreite der Förderobjekte reicht dabei vom Reiterstandbild Friedrich II. Unter den Linden über Treppenhäuser bürgerlicher Wohn- und Geschäftsbauten bis zum Schloss in Berlin-Biesdorf.

Neben der finanziellen Förderung bedrohter Denkmäler setzt sich die Stiftung unter anderem mit ihrem Engagement für den Tag des offenen Denkmals für die positive Wahrnehmung des Denkmalschutzes in der breiten Öffentlichkeit ein. Dabei ist die Zusammenarbeit hier in Berlin mit dem Landesdenkmalamt, den Vereinen, den Initiativen und allen am Kulturerbe Interessierten beispielhaft.

Der diesjährige Tag des offenen Denkmals trägt das Motto "Rasen, Rosen und Rabatten - Historische Gärten und Parks". Das Thema umfasst einerseits das heutige Erscheinungsbild historischer Gärten und Parks, anderseits kann am Denkmaltag ihr gestalterischer Wandel im Lauf der Jahrhunderte gezeigt werden. Allein anhand der Gartendenkmale in Berlin lässt sich die Geschichte und die Entwicklung der Gartenkunst sehr gut verfolgen. Einige der bekanntesten Gartenarchitekten ihrer Zeit haben hier nicht nur die aristokratischen Schlossparks, sondern auch öffentliche Plätze, Volksgärten und eine Vielzahl privater Gärten gestaltet: Peter Joseph Lenné, Gustav Meyer oder Erwin Barth, um nur wenige zu nennen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz freut sich, den diesjährigen Denkmaltag in Berlin bundesweit eröffnen zu können und dankt allen, die sich an der Kulturveranstaltung beteiligen, sei es hinter den Kulissen oder als Besucher! Nutzen Sie die Gelegenheit und erleben Sie Kulturgeschichte hautnah. Denn nur was man kennt, kann man für die Zukunft erhalten helfen.

Ihr
Gottfried Kiesow

Prof. Dr. Dr.-Ing. E.h. Gottfried Kiesow ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz