Denkmal  

 

Berliner Denkmalpflegepreis (Quast-Medaille)

Preisverleihung 2005 - Pressemitteilung


Verleihung der Ferdinand-von-Quast-Medaille


Berlin, den 14. Dezember 2005
 
Senatorin Ingeborg Junge-Reyer zeichnete heute zwei Initiativen mit dem Berliner Denkmalpflegepreis, der Ferdinand-von-Quast-Medaille, aus.
 
Die nach dem ersten preußischen Landeskonservator benannte Auszeichnung wird für besondere denkmalpflegerische Verdienste verliehen, in diesem Jahr bereits zum 19. Mal. Sie ging auf Vorschlag des Landesdenkmalamtes Berlin an zwei Preisträger:
  • an den "Arbeitskreis Aula" des Fördervereins der Zinnowwaldschule in Zehlendorf – die Architekten Ada Kny und Karl-Heinz Ahlborn sowie die Innenarchitektin Dagmar Wolff-Asche – und
  • an das "Machmit!Kindermuseum" in Prenzlauer Berg, vertreten durch die beiden Geschäftsführerinnen Karen Hoffmann und Marie Lorbeer.
Der "Arbeitskreis Aula" an der Zinnowwaldschule (Wilskistraße 78, 1929-32 erbaut nach Plänen von Erich Schwiertz, 1934-35 erweitert von Richard Ermisch) gründete sich 2003, um die Sanierung und Restaurierung der sehr renovierungsbedürftigen Schulaula voran zu treiben. Die Architektin Ada Kny, die Innenarchitektin Dagmar Wolff-Asche und der Architekt Karl-Heinz Ahlborn, alle drei Eltern von Schülern an der Zinnowwaldschule, schafften es mit großem persönlichen Einsatz, alle erforderlichen Maßnahmen zu finanzieren und zu organisieren. Die Arbeitsgruppe schmiedete mit dem Förderverein, mit Eltern, Lehrern, Ehemaligen, Schülern, deren Freunden und Nachbarn, Firmen und Sponsoren erfolgreich ein weitgespanntes Netzwerk zugunsten eines gemeinsam genutzten Baudenkmals.
 
Auf der Suche nach Platz für ein großes Kindermuseum fanden Karen Hoffmann und Marie Lorbeer 1999 die von der Gemeinde aufgegebene Ev. Eliaskirche (Senefelder Straße 5, 1907-10 von Gustav Werner). Der Architekt Klaus Block installierte 2001-2003 in dem schlichten Kirchenraum zwei riesige labyrinthische Kletterregale. Berührungsfrei gegenüber dem Denkmal und reversibel konzipiert, entstand ein mehrgeschossiges 'Haus im Haus', das jungen Menschen viel Raum zum Spielen und Lernen mit allen Sinnen bietet. Mit der Einrichtung des Museums wurde das Baudenkmal vor Leerstand und möglichem Verfall bewahrt; die gemeinnützige Aufgabe sichert der Kirche zugleich eine öffentliche, dem Kiez und Stadtteil zugewandte Funktion.
 
Senatorin Junge-Reyer dankte den beiden Preisträgern herzlich für ihr überdurchschnittliches Engagement und führte aus: "Die Verleihung des Berliner Denkmalpreises an zwei Jugend- bzw. Schulinitiativen fördert die Diskussion um das Thema 'Jugend und Denkmalpflege'. Es ist sowohl für Schüler als auch Lehrer lohnend, dem historischen Erbe im Unterricht mehr Platz einzuräumen. Denn Denkmale sind LERNorte besonderer Art, die als authentische Zeugnisse vielfältige Berührungspunkte mit der Geschichte bieten – Geschichte live sozusagen. In Zeiten fortschreitender Globalisierung gewinnen das Denkmalthema und die Identifikation junger Menscher mit ihrem Lebensumfeld zusätzliche Bedeutung."