Denkmal  

 

Denkmalpflege


Abspannwerk Wilhelmsruh

Hans-Heinrich-Müller-Preis 2004 - Abspannwerk Wilhelmsruh


Anlässlich des 125. Geburtstages des ehemaligen Bewag-Chefarchitekten am 20. April 2004 stiftete die Bewag Aktiengesellschaft & Co. KG im Rahmen eines studentischen Ideenwettbewerbes erstmals den Hans-Heinrich-Müller-Preis. Der unter Schirmherrschaft des Berliner Landesdenkmalamtes durchgeführte Wettbewerb wurde zum Tag des offenen Denkmals 2003 ausgelobt und richtete sich an Studierende der Fachrichtung Architektur und Denkmalpflege in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aufgabe war die Entwicklung von Nutzungsideen für das im Eigentum der Bewag Aktiengesellschaft & Co. KG befindliche, stillgelegte Abspannwerk Wilhemsruh an der Kopenhagener Straße 83-101 im Berliner Stadtbezirk Pankow.

Das Abspannwerk Wilhelmsruh wurde 1925/26 erbaut und diente 68 Jahre lang als Stromverteilungsanlage. Während der gesamten Nutzungszeit erfolgten kaum Veränderungen an der baulichen Disposition, so das die gesamte Anlage in ihrem bauzeitlichen Zustand erhalten ist. Seit 1993 steht das Abspannwerk Wilhelmsruh als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Neben dem gesamten Gebäudebestand, der ausgezeichnet erhalten ist, gehören auch die nahezu komplett überlieferte Ausstattung und Reste der ursprünglichen technischen Anlage zum Schutzgut. Wegen seiner Bedeutung für die Energiegeschichte, seinem hohen baukünstlerischen Wert als Technikbau der Moderne und als eines der Hauptwerke im Schaffen von Hans Heinrich Müller ist es ein herausragendes Monument der Berliner Denkmallandschaft. Als Teil des flächendeckenden Stromversorgungsnetzes der 1920er Jahre und Auftakt zum Ortsteil Wilhelmsruh ist es von prägender Bedeutung für das Stadtbild.

Um den Hans-Heinrich-Müller-Preis-2004 bewarben sich mehr als 500 Architekturstudenten. Mit Ideenreichtum und Kreativität entwickelten sie Revitalisierungskonzepte für das stillgelegte Abspannwerk, die dem Industriedenkmal eine neue Lebensspanne als Elitegymnasium, Schönheitsklinik, Hotel, Lifestyle-Kaufhaus oder Seniorenresidenz sichern könnten. Aus den 172 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen wählte die Jury vier Hans-Heinrich-Müller-Preisträger und verlieh vier Ankäufe:
  • Preis (1000 Euro) Mischnutzung
    Magret Domko und Sylvio Heuer, Fachhochschule Rosenheim, Technische Fachhochschule Berlin,
    Lehrstuhl Prof. Paul Thiersch
  • Preis (1000 Euro) Interreligiöses Kultur- und Begegnungszentrum
    Achim Ladeburg und Julia Pickartz, Fachhochschule Potsdam,
    Lehrstuhl Prof. Manfred Ortner
  • Preis (1000 Euro) Ideenwerk
    Guido Pannhausen, Fachhochschule Potsdam,
    Lehrstuhl Prof. Ludger Brands
  • Preis (1000 Euro) Haus für geistig behinderte Menschen
    Inka Steinhöfel, Universität der Künste Berlin,
    Lehrstuhl Prof. Adolf Krischanitz
  • Ankauf (500 Euro) Uni_Versum_Tanz
    Maja Bolle und Iskra Pencheva, Technische Universität Dresden,
    Lehrstuhl Prof. Thomas Will
  • Ankauf (500 Euro) Kinderstadt
    Antje Fleischer, Technische Universität Dresden,
    Lehrstuhl Prof. Thomas Will
  • Ankauf (500 Euro) Neue Lebensmitte, Ein Haus für die Synanon-Stiftung
    Alexander Kuhnert, Universität der Künste Berlin,
    Lehrstuhl Prof. Adolf Krischanitz
  • Ankauf (500 Euro) Wohn- und ArbeitsWerk Wilhelmsruh
    Oliver Tanck, Universität Karlsruhe,
    Lehrstuhl Prof. Alban Janson

Die Ergebnisse des Wettbewerbes sind in einer zweisprachigen Publikation (dt./engl.) dokumentiert, die beim jovis-Verlag erschienen ist:
Perspektiven junger Architektur. Hans-Heinrich-Müller-Preis 2004. Berlin 2004. ISBN 3-936314-28-4. 25,- €

Nähere Informationen unter www.laufwerk-b.de.

Kontakt zur Wettbewerbsbetreuung: info@laufwerk-b.de