Denkmal  
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Denkmalpflege vor Ort


Haus des LehrersfillTelefunken-Hochhaus
 

links:
Haus des Lehrers
Berlin-Mitte, Alexanderplatz 3-4,
1961-64 von Hermann Henselmann

rechts:
Telefunken-Hochhaus
Berlin-Charlottenburg, Ernst-Reuter-Platz 7,
1958-60 von Schwebes & Schoszberger
graues_feld    

Denkmale der Nachkriegszeit

 
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Denkmalerfassung


Der Fortschrittsglauben der Nachkriegszeit manifestiert sich in den Höhendominanten, die in Ost und West den Mittelpunkt der neuentstandenen Innenstädte markieren: Nach Planung der Architekten Schwebes & Schoszberger wuchs 1958 bis 1960 am Ernst-Reuter-Platz das 22-geschossige Telefunken-Hochhaus empor, das damals höchste Gebäude Gesamt-Berlins. Es zeichnet sich durch leicht ausschwingende Längsseiten aus. Im Gegensatz dazu entstand in der östlichen Stadtmitte 1961-1964 das 12-geschossige "Haus des Lehrers". Hermann Henselmann - Stararchitekt der DDR und bisher Hauptvertreter der "Nationalen Bautradition" - wählte für dieses Hochhaus die Form der Box, eine Lösung, die typisch für die Wolkenkratzerarchitektur der internationalen Moderne ist. In Anlehnung an zeitgenössische mexikanische Wandbilder erhielt das Hochhaus einen monumentalen farbigen Bildfries von Walter Womacka. Zusammen mit der benachbarten überkuppelten Kongresshalle bildet das "Haus des Lehrers" ein spannungsreiches Ensemble am Alexanderplatz. Heute wirken solche Hochhäuser eher bescheiden, seitdem der 1969 vollendete Fernsehturm jegliche Höhenmaßstäbe gesprengt hat.

Inzwischen sind die als Zeichen des Fortschritts gepriesenen Bauten der 50er und 60er Jahre alt geworden. Was einst gefeiert war, scheint heute vergessen. Geschichts- und Geschmacklosigkeit wird der Nachkriegsarchitektur vorgeworfen. Es ist wohl ein immer wieder auftretendes Phänomen, dass die ältere Generation nicht mehr zu ihren eigenen Werken steht, während die Jugend die Leistung ihrer Eltern für überholt hält. Was aber einmal abgerissen wurde, ist für immer verloren. Die Nachkriegszeit muss aber auch für kommende Generationen erfahrbar bleiben. Die Bauten einer altgewordenen Moderne, die Zeugnisse des Kalten Krieges stehen für das Selbstbewusstsein und den Wiederaufbauwillen im kriegszerstörten Berlin. An keinem anderen Ort der Welt kann man die architekturpolitischen Konzepte und Kontroversen von zwei feindlichen Systemen in einer Stadt nebeneinander erleben. Die Architektur der Nachkriegszeit dokumentiert eine wichtige Etappe der deutschen Geschichte. Berlin braucht diese architektonischen Zeitzeugen!

 
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Tempelhofer Park; Foto: Landesbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege in Berlin / Tina Fritsche

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