Denkmal  

 

Wohnhäuser

Haus Konschewski


Haus Konschewski

Haus Konschewski, Gottfried-von-Cramm-Weg 33/37, Wilmersdorf;
1922-24 von Oskar Kaufmann


Nördlich der Koenigsallee liegt am Ufer des Hundekehlesees ein gelb getünchtes, schlossartiges, zweigeschossiges Gebäude mit hohem Mansartdach, das der Theaterarchitekt Oskar Kaufmann 1922-24 geschaffen hat. Bauherr war der Direktor einer Papierfabrik in Pommern, Dr. Moritz Konschewski. Die breit gelagerte Gesamtkomposition, bei der sich jede Einzelheit vom Treppenhaus über den bildhauerischen Schmuck bis hin zu den Einfriedungstoren und -gittern einem theatralischen Gesamteffekt unterordnet, gehört zu den eindrucksvollsten Berliner Beispielen des Expressionismus’, der eine kurze Weile die Baukunst der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bestimmt hat. Verbindungen zum Rokoko sind nicht zufällig, sondern gewollt. Beiderseits eines vorspringenden Mittelrisalits, der den Haupteingang und das Treppenhaus sowie dahinter den zur Seeseite ausgerichteten Empfangssaal enthält, schließen sich mit elliptischem Schwung zwei Flügelbauten mit kurzen Seitenflügelstummeln zur Gartenseite hin an, in denen sich die übrigen repräsentativen Räume, wie Speisezimmer, Anrichte, Wintergarten und Bibliothek bzw. Teezimmer, Salon und Musikzimmer befunden haben. Ihre Ausstattung ist teilweise noch erhalten. Die bewegte Front an der Seeseite wird durch barock geschwungene Freitreppen und Terrassen im Garten ergänzt. Hier liegt ein halb in den Abhang gegrabenes Nymphäum mit den beidseitig angefügten Flügeln einer Orangerie. Julius Posener betont in "Berlin und seine Bauten", dass das Theatralische nicht nur dem Architekten Oskar Kaufmann entsprach, der die Volksbühne und das Hebbeltheater in Berlin gebaut hat, sondern auch dem Bauherrn lag, der als Geschäftemacher der Inflationszeit weniger repräsentieren, als eine Illusion herbeizaubern wollte.

Das Haus ist innen vermutlich nie ganz fertig geworden und wurde wohl von seinem Erbauer auch nie bezogen. Heute ist es in eine Anzahl kleinerer Wohnungen unterteilt und das seitliche, ähnlich gestaltete Pförtnerhaus mit Wirtschaftsflügel wurde Mitte der 80er Jahre durch einen Neubau ersetzt. Dennoch ist der Gesamteindruck immer noch überwältigend.