Denkmal  

 

Wohnhäuser

Gartenterrassenstadt Rheinisches Viertel


Gartenterrassenstadt Rheinisches Viertel

Gartenterrassenstadt Rheinisches Viertel, Rüdesheimer Platz 1-5, 7-11, Wilmersdorf;
Mietshäuser


Die zwischen 1910 und 1915 um den Rüdesheimer Platz angelegte sogenannte Gartenterrassenstadt besitzt unter den Berliner Miethausquartieren der ausgehenden Kaiserzeit eine einzigartige städtebauliche und architektonische Qualität. Nach den Vorstellungen des Architekten Paul Jatzow entstand auf der Grundlage eines differenzierten Erschließungssystems von Verkehrs- und Wohnstraßen ein Quartier aus individuell entworfenen, jedoch nach einheitlichen Gestaltungsprinzipien angelegten viergeschossigen Mietwohnhäusern. Vorbild für diese Erneuerung der deutschen Mietshausarchitektur waren englische Landhaussiedlungen. Paul Jatzow gab den baupolizeilich geforderten Bauwich zwischen den einzelnen Häusern zugunsten einer ruhigen, geschlossenen Bebauung auf. Anstelle der üblichen individuell eingefriedeten Vorgärten setzte er eine offene, den Straßenraum erweiternde, einheitlich gestaltete und zu den Häusern ansteigende Vorgartenzone (Gartenterrassen). Insgesamt ergibt sich ein malerisches Bild mit geschlossenen Straßen- und Platzfronten, hohen Satteldächern, spitzen Giebeln, Erkern, Loggien und großen, vielfach unterteilten Fenstern. Die Fassaden sind in einem hellen Ocker gefasst und sparsam mit Ranken und figuralem Dekor versehen. Für den Grundriss der Häuser ist der Mittelflügeltyp charakteristisch, er ermöglicht auch im rückwärtigen Bereich gut belichtete und zweckmäßig eingeteilte Wohnungen.

Der Erste Weltkrieg hat den Weiterbau der Siedlung verhindert und im Zweiten Weltkrieg wurden einige der Häuser zerstört. Dennoch gehört das Quartier zu den stadtbaukünstlerisch bedeutendsten Wohngebieten Berlins, dessen Qualität von seinen Bewohnern noch heute hoch geschätzt wird.