Denkmal  

 

Berliner Siedlungen der 1920er Jahre auf der UNESCO Welterbe-Liste

Zukunftsfähigkeit


Skizzen

Gesicherter Erhalt

Der Überlieferungszustand aller sechs Siedlungen ist ausgezeichnet - nicht zuletzt, weil die Denkmalpflege ihre Bedeutung schon vor Jahrzehnten erkannte und sich seither um den originalgetreuen Erhalt bemüht. Nach Vorarbeiten und Gutachten in den 80er Jahren begann man spätestens in den 90er Jahren mit der fachgerechten Sanierung der Bauten und Freiflächen.

In der Gartenstadt Falkenberg, der Siedlung Schillerpark und der Wohnstadt Carl Legien ist sie praktisch abgeschlossen. In den drei Großsiedlungen sind heute etwa zwei Drittel der Substanz wiederhergestellt.

Mit dem Denkmalschutzgesetz und - im Fall der Wohnstadt Carl Legien - einer Erhaltungssatzung nach Baugesetzbuch sichern heute für jeden Eigentümer verbindliche Vorschriften den weiteren Erhalt der sechs Siedlungen.

Private Verantwortung

Das ist umso wichtiger, als das Land Berlin seine Rolle im Wohnungsbau seit den 90er Jahren neu definiert hat. Die Konzentration der öffentlichen Handlungsfelder und der entspannte, differenzierte Wohnungsmarkt sind zwingende Gründe für diesen jüngsten Paradigmenwandel. Vor diesem Hintergrund erhält die Rolle privater Eigentümer mehr Gewicht.

Die Wohnungen sind als stadtnahe Alternative zum Umland, aber auch wegen ihrer qualitätsvollen Gestaltung bei Investoren wie Mietern gefragt. Mietverträge werden nicht selten von einer Generation an die nächste "vererbt". Dank der hohen Akzeptanz liegt der Leerstand deutlich unter dem Berliner Durchschnitt.

Lösungen für Morgen

Wo heutige Bedürfnisse durch die ursprüngliche Architektur (noch) nicht erfüllt werden, gilt es, in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege neue Lösungen zu entwickeln - etwa in Fragen der Wohnungsgrößen, des barrierefreien Wohnens oder bei zukunftsfähigen Umnutzungskonzepten für die siedlungsinterne Infrastruktur.

Energieeinsparungen wurden bereits im Rahmen der Sanierungen realisiert: durch optimierte Kastenfenster, neue Haustechnik und die Dämmung von Keller und Dach. Das stabile Mauerwerk und die kompakte Bauweise der Siedlungen haben dafür ohnehin eine gute Ausgangsposition geschaffen.

Positiv auf die Nachhaltigkeitsbilanz wirkt sich zudem die Lage der Siedlungen aus. Von Beginn an waren die Siedlungen nicht auf das Auto ausgelegt. Dafür ist überall ein Anschluss an das U- und S-Bahn-Netz vorhanden.