Denkmal  

 

Berliner Siedlungen der 1920er Jahre auf der UNESCO Welterbe-Liste

Farbe und Architektur


Tauts Farbkonzept

Bruno Taut setzte Farben als psychologisches, dekoratives und raumbildendes Element ein - an der Fassade, im Innenbereich und bisweilen selbst im Fensterglas.

Für Taut war die Farbe doppelt wirksam: Sie war‚ Zeichen des neuen Glücks' und verbreitete zugleich volkstümliche Heiterkeit. Taut sprach von ihrer "frugalen Reinheit". Dabei sollte eine nach persönlicher, subjektiver Neigung gewähltes Spektrum das Farbspiel der Natur komplementieren und mit ihm interagieren.

Thema der Zeit

Taut lieferte damit einen eigenständigen Beitrag in einer auch andernorts und zu gleicher Zeit intensiv geführten Diskussion. So strebten die De Stijl-Künstler ab 1919 eine radikale Beschränkung auf Primärfarben an, während Le Corbusier eine eigene Farbenpalette vor allem zur Raumakzentuierung nutzte.

Als eine Folge dieser vielfältigen gestalterischen Diskussion entwickelte das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung 1927 den RAL-Farbfächer für die Anwendung am Bau.

Farben der Berliner Moderne

Die Farbenfreudigkeit der Bauten Tauts macht einen Gutteil der besonderen Qualität der Siedlungen aus. Doch auch die Weiße Stadt und die Siedlung Siemensstadt sind weit von der überkommenen Vorstellung der "farblosen" Moderne entfernt.

In der Weißen Stadt unterstreichen kontrastierende Farbelemente erst das Weiß der Fassaden, während sich in der Ringsiedlung durch naturnahe Farben die Annäherung an die reine Materialität abzeichnet, wie sie für die Architektur nach dem Zweiten Weltkrieg prägend werden sollte.
Öl - Farben:
Farbfächer: Öl - Farben

Matt - Farben:
Farbfächer: Matt - Farben
Farbfächer von Bruno Taut