Denkmal  

 

Berliner Siedlungen der 1920er Jahre auf der UNESCO Welterbe-Liste

Ausstellung - UNESCO-Welterbe: Reisen bildet
Leitsysteme weisen den Weg


Der Titel Welterbe ist vor allem mit der Aufforderung verbunden, die Orte und Bauten der nationalen wie internationalen Öffentlichkeit vorzustellen und auch touristisch zu erschließen.

Eine besondere Situation ergibt sich im Falle der Berliner Siedlungen durch den Umstand, dass es sich nicht um musealisierte Orte handelt, die sich touristisch auf vielfältige Weise öffnen und erschließen ließen, sondern um ganz normale Wohnquartiere. Touristische Leitsysteme haben hier die Aufgabe, eine Balance zu finden zwischen den Ansprüchen der hier lebenden Menschen an ihr Wohnumfeld und der Neugier von interessierten Besuchern und Touristen von außerhalb. Darüber hinaus sollen sie das Bewusstsein der Bewohner für die Besonderheit ihres Wohnorts stärken. Bei der Entwicklung eines Leitsystems ist außerdem zu berücksichtigen, dass die architektonische und städtebauliche Erscheinung der Siedlungen optisch nicht beeinträchtigt wird.

Die Grundlage des touristischen Leitsystems bildet ein übergreifendes Konzept, das die Siedlungen im gesamtstädtischen Kontext als UNESCO-Weltkulturerbe verortet und wahrnehmbar macht. Da es sich bei den Siedlungen nicht um ein räumlich zusammenhängendes Gefüge handelt, war eine einheitliche Strategie erforderlich, die den Zusammenhang zwischen den Siedlungen verdeutlicht und mit der die sechs Standorte über den Öffentlichen Nahverkehr, einen speziellen Radweg und das vorhandene städtische Leitsystem integriert werden konnten.
Die Erschließung der einzelnen Siedlungen erfolgt mithilfe einer individuellen Planung, die sich an den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort orientiert. Grundsätzlich wird für jeden Standort ein Rundgang konzipiert, bei dem die Gäste von einem Leitsystem durch die Siedlung geführt und über deren Besonderheiten informiert werden. Mit Reisebus- und Fahrradstellplätzen, Informationsständen sowie Sanitäranlagen erhalten die Siedlungen auch eine notwendige touristische Infrastruktur. Eigens eingerichtete Musterwohnungen, die teilweise auch als Gästewohnungen vermietet werden, vermitteln Besucherinnen und Besuchern einen direkten Eindruck vom Leben in den Welterbe-Siedlungen. Dazu zählt auch das von einer Privatinitiative entwickelte, komplett im Stil der 1930er-Jahre eingerichtete Projekt "Tautes Heim".

Die Vor-Ort-Maßnahmen werden flankiert von Kommunikations- und Vermarktungsstrategien des nationalen und internationalen Städte- und Architekturtourismus, einem Internetauftritt, thematischen Stadtführungen und vielfältigen Informationsmaterialien.
Anlaufstelle für Besucher und Städtereisende ist der Infopoint Siemensstadt. Der Betreiber Ticket B bietet hier auch Architekturführungen und Stadtrundgänge an.  www.ticket-b.de; Foto: Erik-Jan Ouverkerk
Anlaufstelle für Besucher und Städtereisende ist der Infopoint Siemensstadt. Der Betreiber Ticket B bietet hier auch Architekturführungen und Stadtrundgänge an. www.ticket-b.de

Informationen zum Welterbe gibt es auch am Kiosk im Schillerpark. Im hinteren Teil des ehemaligen WC-Häuschens befindet sich außerdem eine Ausstellung über die Siedlung.; Foto: Erik-Jan Ouverkerk
Informationen zum Welterbe gibt es auch am Kiosk im Schillerpark. Im hinteren Teil des ehemaligen WC-Häuschens befindet sich außerdem eine Ausstellung über die Siedlung.
Fotos: Erik-Jan Ouverkerk