Denkmal  

 

Berliner Siedlungen der 1920er Jahre auf der UNESCO Welterbe-Liste

Ausstellung - UNESCO-Welterbe: Monitoring und Managementpläne
Instrumente zum Schutz der Welterbestätten


Das Monitoring dient der Überwachung des Zustands der gelisteten Welterbestätten und erfolgt über verschiedene Formen der über die Welterbekonvention geregelten Berichterstattung.

Neben der periodischen, in größeren zeitlichen Abständen erfolgenden Berichterstattung gibt es auch die sogenannte "reaktive Überwachung". Sie wird dann aktiviert, wenn Maßnahmen und Eingriffe an den Welterbestätten geplant sind. Dazu gehören bauliche oder restaurative Veränderungen, die Auswirkungen auf den universellen Charakter der Welterbestätte haben könnten. Zur Bewertung der geplanten Maßnahmen zieht die UNESCO ausgewiesene Experten der Beratungsorganisationen ICOMOS, IUCN und ICCROM heran. Das Deutsche Nationalkomitee von ICOMOS hat für die Betreuung aller Welterbestätten in Deutschland eine eigene Monitoring-Gruppe eingerichtet. Die sechs Berliner Siedlungen werden derzeit von Monika Marggraf und Bernhard Furrer betreut. Sie behalten die Entwicklung der Siedlungen im Auge, stehen in Kontakt zu allen Akteuren vor Ort, unternehmen regelmäßig Besuche und leiten die Abstimmung über geplante Maßnahmen.

Alle Ziele und Maßnahmen zu Schutz, Pflege und Nutzung einer Welterbestätte sind in einem umfassenden Planungs­ und Handlungskonzept integriert - dem sogenannten Managementplan. Seit 2005 ist ein solcher Managementplan für jede eingetragene Welterbestätte verbindlich vorgeschrieben.

Es gibt jedoch keinen weltweit einheitlichen, von der UNESCO festgelegten Forderungskatalog. Die in einem Managementplan festgehaltenen Inhalte und Strategien richten sich vielmehr nach den Besonderheiten der jeweiligen Welterbestätte. Wesentliche Bausteine eines Managementplans sind:
  • Schutzmaßnahmen durch Gesetze, sonstige Vorschriften und Verträge
  • Festlegung von Grenzen für wirksamen Schutz
  • Pufferzonen
  • Verwaltungssysteme
  • Nachhaltige Nutzung
Ein Managementplan enthält darüber hinaus Aussagen zu Erhaltungszustand, Gefährdungspotenzial und Monitoring, zu Wissenschaft und Forschung sowie zu den verfügbaren finanziellen und personellen Ressourcen. Neben einer Auflistung der beteiligten Institutionen sind in einem Managementplan auch Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Maßnahmen zu Bewusstseinsbildung und Vermittlung, zu Besucherzahlen und Besucherlenkung sowie zu Tourismus- und Verkehrskonzepten dokumentiert. Die Eigentümer der Siedlungen informieren auf ihren Webseiten ausführlich über den Stand der Entwicklung.
Zum Schutz des genutzten Welterbes gehört auch, für Sonnenschutz und Fernsehempfang denkmalgerechte Lösungen zu finden, die das Erscheinungsbild nicht beeinträchtigen.; Foto: Erik-Jan Ouverkerk
Zum Schutz des genutzten Welterbes gehört auch, für Sonnenschutz und Fernsehempfang denkmalgerechte Lösungen zu finden, die das Erscheinungsbild nicht beeinträchtigen.

Welterbe-Siedlung; Foto: Erik-Jan Ouverkerk
Welterbe-Siedlung
Fotos: Erik-Jan Ouverkerk