Denkmal  

 

Berliner Siedlungen der 1920er Jahre auf der UNESCO Welterbe-Liste

Ausstellung - UNESCO-Welterbe: Pufferzonen verbinden das Welterbe mit der Stadt
Hier ist vieles möglich, aber nicht alles erlaubt


Als Pufferzone wird die unmittelbare Umgebung einer Welterbestätte bezeichnet. Sie ist verbindlicher Bestandteil einer Welterbestätte. Ihr kommt eine wichtige Bedeutung im Zusammenwirken von Denkmalpflege und Stadtentwicklung zu. Denn sie vermittelt zwischen der geschützten Welterbestätte und dem weiteren städtischen Umfeld.

Pufferzonen dienen der Erhaltung der "visuellen Integrität" der Welterbestätten; das heißt, durch ihre Festlegung werden einzigartige Sichtachsen, Silhouetten oder Panoramen bewahrt, die durch bauliche oder infrastrukturelle Maßnahmen im Nahbereich einer Welterbestätte Schaden nehmen könnten. Pufferzonen werden über individuelle Satzungen gesetzlich verbindlich festgelegt. Größe und Verlauf sind von der jeweiligen Situation vor Ort abhängig und werden nach eingehender wissenschaftlicher Forschung und Dokumentation historischer und aktueller Gegebenheiten definiert. Bauliche oder strukturelle Änderungen innerhalb der Pufferzone müssen dem Welterbekomitee mitgeteilt werden.

Die Pufferzone der Siedlung Schillerpark ist identisch mit der gleichnamigen historischen Parkanlage, in die das zum Welterbe zählende Wohnhausensemble eingebettet ist. Der Schillerpark entstand in den Jahren 1909 bis 1913 nach Plänen von Friedrich Bauer und bildet den landschaftsgestalterischen Rahmen der Siedlung. Ihm kommt jedoch mehr als eine schmückende Funktion zu. Der Schillerpark ist ein sogenannter Volks park und diente von jeher als Freizeit-, Aufenthalts- und Erholungsbereich für die Bewohner der Siedlung und der benachbarten gründerzeitlich dicht bebauten Wohnquartiere. Seine Wiederherstellung erfüllt nicht nur die UNESCO-Auflagen für die Einrichtung einer Pufferzone, sondern ist zugleich Teil der denkmalpflegerischen Erhaltungsmaßnahmen der Welterbesiedlung Schillerpark. Ausgehend von der historischen Planung wurde die überformte und nicht mehr erkennbare Mittelpromenade der Bristolstraße rekonstruiert, die nun wieder als Sichtachse zwischen der Siedlung und ihrer Umgebung vermittelt. Auch der nordwestliche Parkrand, die Plansche und die "Märkische Rinne" wurden wiederhergestellt. Das sanierte ehemalige Toilettenhäuschen an der Dubliner Straße dient heute als Info-Kiosk, an dem Gäste, aber auch Bewohnerinnen und Bewohner, mehr über die Berliner Welterbesiedlungen erfahren können.
Der Schillerpark bildet die Pufferzone der gleichnamigen Welterbesiedlung. In den zurückliegenden Jahrzehnten verändert und überformt, wurde er nun nach historischem Vorbild wiederhergestellt.; Foto: Erik-Jan Ouverkerk
Schillerpark

Der Schillerpark bildet die Pufferzone der gleichnamigen Welterbesiedlung. In den zurückliegenden Jahrzehnten verändert und überformt, wurde er nun nach historischem Vorbild wiederhergestellt.; Foto: Erik-Jan Ouverkerk
Der Schillerpark bildet die Pufferzone der gleichnamigen Welterbesiedlung. In den zurückliegenden Jahrzehnten verändert und überformt, wurde er nun nach historischem Vorbild wiederhergestellt.
Fotos: Erik-Jan Ouverkerk