Denkmal  

 

Berliner Siedlungen der 1920er Jahre auf der UNESCO Welterbe-Liste

Ausstellung - UNESCO-Welterbe: Parkpflegewerke
Freiraumpläne zur langfristigen Sicherung der Qualität des öffentlichen Raums


Seit ihrer Errichtung bilden die sechs Berliner Welterbesiedlungen mit insgesamt mehr als 6.000 Wohneinheiten einen wichtigen Teil des gesamtstädtischen Wohnungsbestandes. Ihre Wahrnehmung als eigenständige, städtebauliche Ensembles von einer herausragenden landschaftsplanerischen und architektonischen Gestaltung hängt maßgeblich von der Erlebbarkeit dieser besonderen Qualitäten ab.

Doch nicht überall wird das äußere Erscheinungsbild der Quartiere noch den ursprünglichen Planungen gerecht. Denn so, wie sich die Ansprüche ihrer Bewohner an ihre gebaute Umwelt im Laufe der Jahrzehnte gewandelt haben, änderten sich auch die Quartiere. Waren parkende Autos in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch eine Seltenheit, prägt ihr Anblick heute das Straßenbild. Auch Satellitenantennen, Mülltrennungseinrichtungen oder Fahrradstellplätze gehören anders als damals zur Normalität eines städtischen Wohnviertels. Nicht selten veränderten auch die Bewohner selbst über kleine Eingriffe das Erscheinungsbild der Gebäude und ihrer Umgebung. Anbauten an den Häusern, Pflanzungen oder neue Wegeführungen haben die ursprüngliche Gestalt der Siedlungen allmählich überformt. Mithilfe von Pflegewerken soll das Erscheinungsbild der einzelnen Siedlungen wieder in den Originalzustand zurückgeführt werden - unter Berücksichtigung der Ansprüche und Bedürfnisse unserer Zeit.

Die Pflegewerke für die Berliner Welterbesiedlungen dienen sowohl als Leitlinienkonzept für den Umgang mit den Denkmalen wie auch als Maßnahmenkatalog für die praktische Umsetzung der UNESCO-Ziele. Pflegewerke orientieren sich an den etablierten und bewährten Instrumenten der Gartendenkmalpflege und verbinden die Sicherung, Erhaltung, Pflege und Wiederherstellung der schützenswerten historischen Substanz mit Strategien zur Nutzung, optimalen Unterhaltung und Bewirtschaftung der Anlagen. Gerade in den Außenbereichen sind in den vergangenen Jahrzehnten oft unkontrollierte Veränderungen an der historischen Substanz vorgenommen wurden, die dem Gesamtbild der Siedlungen schadeten: Betonsteine statt Mosaikpflaster, wuchernde Pflanzen, provisorische Schuppen oder Begrenzungen. Die Maßnahmen des Parkpflegewerkes dienen dazu, diese Eingriffe rückgängig zu machen. Oft sind es nur kleine Maßnahmen, die im Gesamtkontext jedoch große Wirkung entfalten. Dazu gehören neben die Wiederherstellung von Pflasterbelägen nach historischem Vorbild auch die Anpflanzung von Bäumen und Pflanzen entsprechend der Originalpläne sowie die Erneuerung der steinernen Einfassungen von Pflanzbeeten.
Manchmal sind die Verbesserungen erst auf den zweiten Blick erkennbar. So wie hier in der Hufeisensiedlung, wo mit neu angepflanzten Kugelrobinien entlang des Lowise-Reuter-Rings der ursprünglich geplante Baumbestand wiederhergestellt wurde.; Foto: Erik-Jan Ouverkerk
Manchmal sind die Verbesserungen erst auf den zweiten Blick erkennbar. So wie hier in der Hufeisensiedlung, wo mit neu angepflanzten Kugelrobinien entlang des Lowise-Reuter-Rings der ursprünglich geplante Baumbestand wiederhergestellt wurde.

Der besondere Charakter der Siedlungen - hier in der Siemensstadt - entsteht im Zusammenspiel von Architektur und Freiräumen.; Foto: Erik-Jan Ouverkerk
Der besondere Charakter der Siedlungen - hier in der Siemensstadt - entsteht im Zusammenspiel von Architektur und Freiräumen.
Fotos: Erik-Jan Ouverkerk