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Welterbe

Berliner Siedlungen der 1920er Jahre auf der UNESCO Welterbe-Liste


Berliner Siedlungen der 1920er Jahre

Das Welterbe-Komitee hat bei seiner 32. Sitzung in Quebec/Kanada am 07.07.2008 beschlossen, sechs Siedlungen der Berliner Moderne in die Welterbe-Liste der UNESCO aufzunehmen. Den Antrag dazu hatte Senatorin Ingeborg Junge-Reyer 2006 gestellt. Er entspricht der UNESCO-Strategie, Stätten der Moderne verstärkt als Welterbe zu schützen. Die Siedlungen zeichnen sich international nicht nur durch ihre große Bedeutung, sondern auch durch ihren guten Erhaltungszustand aus.

Die sechs Siedlungen entstanden zwischen 1913 und 1934. Architekten der klassischen Moderne gaben auf höchstem architektonischem Niveau Antwort auf die Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg: moderne, bezahlbare Wohnungen mit Küchen, Bädern und Balkonen, in Häusern ohne Hinterhof und Seitenflügel, dafür mit Licht, Luft und Sonne. Die qualitätsvolle Baukunst, die Formensprache, die Wohnungsgrundrisse und die städtebaulichen Figuren der Siedlungen wurden zum Vorbild für das ganze 20. Jahrhundert.

Planung und Bau der Siedlungen markierten einen Strukturwandel im Wohnungswesen, wie er in dieser Form nur unter den besonderen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg möglich war. Als Gegenmodell zur privatwirtschaftlichen Bauspekulation mit ihren Mietskasernen sollten sie eine neuen Architektur für eine neue Gesellschaft verwirklichen.

Ästhetische Vorstellungen der Avantgarde aus Kunst und Architektur verbanden sich dabei mit den sozialen Ideen der politischen Linken. Gewerkschaftliche, genossenschaftliche und städtische Baugesellschaften wurden zu den Trägern dieser gebauten Utopie.

Heute nimmt ein zweiter Wandel Form an. Die öffentliche Hand zieht sich aus dem Wohnungsbau zurück und privatisiert die Wohnungen an Mieter und Investoren. Und wieder werden die Siedlungen zum Modell, das zeigt, wie sich der Erhalt dieser emblematischen Baudenkmale mit zeitgemäßen Anforderungen an Ausstattung und Komfort in Einklang bringen lässt.

Fotorechte:
Landschaftsarchitektin Katrin Lesser, Berlin; Landesarchiv Berlin; Partner für Berlin / FTB-Werbefotografie; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Landesdenkmalamt Berlin; Tobias Nöfer Architekten; Winfried Brenne Architekten
Welterbe- und UNESCO-Logo - Siedlungen der Berliner Moderne, Welterbestätte seit 2008
 

Hinweis

UNESCO-Welterbe-Informationsbüro
Infostation in der Ringsiedlung Siemensstadt
Goebelstraße 2, 13627 Berlin
Sonntags: 10:00 bis 18:00 Uhr mehr

Info-Ausstellung
Berliner Welterbe-Siedlungen

Kiosk Siedlung Schillerpark
Bristolstraße/Dubliner Straße, U-Bahnhof Rehberge, 13349 Berlin
Schlüssel erhältlich in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Lichthof am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin, montags bis freitags von 10:00 bis 18:00 Uhr, Telefon: 030-9025-1525

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