Denkmal  

 

Unter den Linden

Zeughaus


Zeughaus

Zeughaus, Unter den Linden 2, Mitte;
1695-1706 von Johann Arnold Nering, Martin Grünberg und Andreas Schlüter, Umbau 1730 von Jean de Bodt, Wiederaufbau ab 1950 von Otto Haesler


"Betreten wir [den Platz am Zeughause] aus dem südlichen Teile des Werders, so liegt uns das schöne große Zeughaus gegenüber, von dem man behauptet, dass es wegen seiner vortrefflichen Architektur, äußeren Verzierung und inneren Einrichtung und Ausstattung eines der schönsten Bauwerke Europas sei." Diese 1843 von Fidicin beschriebene einzigartige Ausstrahlung besitzt das 1695 bis 1706 von Johann Arnold Nering, Martin Grünberg, Andreas Schlüter und Jean de Bodt erbaute Zeughaus Unter den Linden auch heute noch. Auftraggeber war Kurfürst Friedrichs III., der 1701 erster preußischer König wurde. Das als Waffenarsenal und Kriegsmagazin für die Festung Berlin errichtete Bauwerk ist das älteste Gebäude Unter den Linden und war neben dem verlorenen Schlossbau einer der bedeutendsten Barockbauten der Stadt. Die monumentale doppelgeschossige Vierflügelanlage über quadratischem Grundriss lagert majestätisch auf einem Sandsteinsockel. Der ganz der französischen Klassik des 17. Jahrhunderts verpflichtete Fassadenaufbau ist weitgehend das Werk von Jean de Bodt. Der reiche Skulpturenschmuck nach der Gesamtkonzeption des Bildhauers Andreas Schlüter ist entsprechend der ursprünglichen Nutzung des Zeughauses auf die Kriegskunst bezogen. Höhepunkte der Berliner Barockskulptur sind die Helme und Köpfe sterbender Krieger nach Modellen Schlüters an der Außenfassade des Erdgeschosses und im Innenhof.

Die Wiederherstellung des Gebäudes nach Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg begann 1948. 1950 wurde das Zeughaus zum "Museum für deutsche Geschichte".