Denkmal  

 

Unter den Linden

Ehem. Sowjetische Botschaft


Ehem. Sowjetische Botschaft

Ehem. Sowjetische Botschaft, Unter den Linden 55/65, Mitte;
(heute: Botschaft der Russischen Föderation) mit Ehrenhof, 1949-51 vom Kollektiv A. J. Stryshewski, Lebedinskij, Sichert und F. Skujin


Die ehemalige sowjetische und heutige russische Botschaft unterscheidet sich in der Anlage von den übrigen Bauten an der Straße Unter den Linden. Ihr Mittelteil mit dem Hauptportal weicht von der Straße zurück und schafft Raum für einen begrünten Ehrenhof, ein Turmaufbau durchbricht die vereinheitlichte Traufhöhe der anderen Gebäude an der Allee. Hier wurde ein Gebäude, das alle Merkmale der sogenannten Stalinistischen Architektur zeigt, in das Herz der ehemals feindlichen Hauptsstadt gesetzt. Ein politischer Grund führte zur Errichtung dieses prächtigen Sowjetpalastes. Die am 7. Oktober 1949 gegründete DDR sollte durch die Aufnahme formeller diplomatischer Beziehungen in ihrem Streben um internationale Anerkennung als selbständiger Staat unterstützt werden. Die große Sowjetunion setzte mit diesem Bau dafür ein unübersehbares Zeichen an prominenter Stelle in der Hauptstadt der DDR. Sie demonstrierte damit in zweiter Linie aber auch, wie eine sozialistische Architektur auszusehen habe. Die Partei- und Staatsführung der DDR und ihre Architekten, die auf der Suche nach einem architektonischen Profil für den neuen sozialistischen Staat und den Wiederaufbau der Hauptstadt waren, hatten hier ein Vorbild unmittelbar vor Augen.