Denkmal  

 

Unter den Linden

Palais Prinz Heinrich, Humboldt-Universität


Palais Prinz Heinrich, Humboldt-Universität

Palais Prinz Heinrich, Humboldt-Universität, Unter den Linden 6, Mitte;
1748-65 von Johann Boumann d.Ä, Erweiterung 1913-20 von Ludwig Hoffmann


Dem Opernhaus gegenüber öffnet sich der Ehrenhof der breitgelagerten Dreiflügelanlage der Humboldt-Universität. Das Palais wurde 1748-53 als Stadtresidenz für den Bruder Friedrichs II. Prinz Friedrich Heinrich Ludwig von Preußen erbaut. Architekt war Johann Boumann d. Ä., erste Entwürfe stammten vermutlich von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. 1809 übereignete Friedrich Wilhelm III. das Palais der neu gegründeten Berliner Universität, deren Hauptgebäude es bis heute ist.

1913-20 erweiterte Stadtbaurat Ludwig Hoffmann die Universität mit seitlichen und rückwärtigen Anbauten. "Die Rücksicht auf den geschichtlichen Bau und die ganze Umgebung gebot es, die feine und würdige Palastarchitektur für die gesamten Erweiterungsbauten in strengster Weise beizubehalten", erläuterte er seinen Entwurf. 1943-44 wurde der Mittelbau bis auf die Außenwände zerstört, der Ostflügel brannte beinahe vollständig aus, der Westflügel erlitt Teilzerstörungen. Der Wiederaufbau erfolgte in zwei Phasen in den Jahren 1947-54 und 1958-62. Die repräsentative Ausstattung der Räume im Mitteltrakt mit neoklassizistischen Wand- und Deckengestaltungen zählt zu den qualitätsvollen Beispielen der Architektur der fünfziger Jahre in der DDR. Für die offizielle DDR war die Universität von besonderer Bedeutung, da Karl Marx hier bei dem Philosophen Hegel studiert hatte. Dadurch erklärt sich auch das Zitat der Marxschen Feuerbachthese "Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern" in goldenen Lettern im Haupttreppenhaus.