Denkmal  

 

Kirchen

Sophienkirche


Sophienkirche; Foto: Wolfgang Bittner
 
Sophienkirche, Große Hamburger Straße 29-31, Mitte; 1712, Turm 1732-34 von Friedrich Grael, 1892 Ausbau von F. Schulze, Adolf Heyden und Kurt Berndt

Die neue Königswürde veranlasste den ersten preußische König Friedrich, Berlin schrittweise zu einer ihm angemessenen Residenz auszubauen. Es entstanden monumentale Neubauten im Zentrum der Stadt, wie Schloss und Zeughaus, die Berlin unter den europäischen Residenzen aufwerteten. Der König schloss auch die Vorstädte in seine Planungen mit ein. 1712 stiftete seine Gemahlin, Sophie Luise, für die Bewohner der Spandauer Vorstadt eine neue Pfarrkirche. Der schlichte Emporensaal entsprach den damaligen Vorstellungen einer protestantischen Predigtkirche. Der stattliche Turm mit seiner geschwungene Kupferhaube kam rund dreißig Jahre später auf Kosten des ansonsten für seine drastischen Sparmaßnahmen bekannten Soldatenkönigs hinzu. Er ist heute der einzig erhaltene Barockturm Berlins. Das Kirchenschiff wurde 1893 im neubarocken Geschmack verändert. Von der erhaltenen bauzeitlichen Ausstattung ist besonders die Kanzel erwähnenswert. Die Kirche ist von einem Friedhof umgeben, auf dem bedeutende Berliner Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, unter anderen der Leiter der Singakademie und Goethefreund Karl Friedrich Zelter und der Historiker Leopold v. Ranke. Insbesondere an der Sophienstraße ist ein reizvolles Alt-Berliner Stadtbild mit Elementen aus drei Jahrhunderten noch zu erleben.