Denkmal  

 

Gartendenkmale

Jüdischer Friedhof Weißensee


Jüdischer Friedhof Weißensee, Grabstelle Familien Friedländer und Eppenstein
 
Jüdischer Friedhof Weißensee, Grabstelle Familie Vissauer
 

Jüdischer Friedhof Weißensee, Herbert-Baum-Straße 45, Weißensee
1880 von Hugo Licht


Der Friedhof Weißensee entstand ab 1878 als vierter Jüdischer Friedhof in Berlin. In einem Wettbewerb wurde der Entwurf von Hugo Licht mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Der Architekt entwarf die in gelbem Backstein ausgeführten Friedhofsgebäude und gliederte die Grabfelder in Dreiecke, Rechtecke oder Trapeze. Die Kreuzungen der durch Baumalleen eingefassten Hauptwege bildeten einen Kreis, ein Quadrat oder ein Oktogon. Unmittelbar hinter dem Eingang liegt ein Rondell mit einem Gedenkstein für die 6 Millionen von den Nationalsozialisten ermordeten Juden. Rechts vom Eingang ist nahe der Trauerhalle eine Ehrenreihe für namhafte Persönlichkeiten jüdischen Glaubens aus Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft angelegt. Auf jüdischen Friedhöfen wird die Gleichheit der Menschen im Tode durch gleichhohe, schmucklose Grabsteine symbolisiert, die Grabstätten werden nicht neubelegt. In Weißensee besteht ebenfalls ewiges Ruherecht, aber die sich assimilierenden Juden übernahmen die zu wilhelminischen Zeiten auf deutschen Friedhöfen übliche, aufwendige Grabgestaltung. Daher befinden sich hier neben traditionell schlichten Grabsteinen auch prunkvolle Grabstätten. Insbesondere die architektonisch gestalteten Erbbegräbnisse sind von überdurchschnittlicher Qualität. Der Friedhof hat den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet überstanden und gilt heute als einer der größten seiner Art in Europa.



Juni 2012

Historische Jüdische Friedhöfe Berlins: Digitales Leitsystem entwickelt

In Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt Berlin hat die Jüdische Gemeinde zu Berlin ein digitales Leitsystem für ihre drei historischen Friedhöfe entwickelt: für die jüdischen Friedhöfe in Weissensee, in der Großen Hamburger Straße und in der Schönhauser Allee.

Im Internet können die Informationen unter www.juedische-friedhoefe-berlin.de abgerufen werden, aber auch vor Ort mit Hilfe von Smartphones (QR-Code). In deutscher und in englischer Sprache bieten die neuen Seiten Informationen zur Geschichte der Friedhöfe und stellen einzelne Grabmale und die dort bestatteten Personen vor.

Digitales Leitsystem

Gerade für den sehr großen Friedhof Weißensee - mehr als 115.000 Grabstellen auf ca. 40 ha - bietet das Informationssystem eine wertvolle Unterstützung. 1880 von dem Architekten Hugo Licht (1841–1923) im Nordosten Berlins angelegt, ist er heute Ruhestätte zahlreicher namhafter Persönlichkeiten aus dem Kultur-, Wissenschafts- und Wirtschaftsleben des Deutschen Kaiserreiches (1871–1918) und der Weimarer Republik (1919–1933). Als bedeutendstes Geschichts- und Gartendenkmal seiner Art in Deutschland gehört er zudem zu den größten und besterhaltenen ausschließlich nach jüdischem Ritus belegte Begräbnisplätzen in Europa. Er repräsentiert eine viel beachtete Reform der traditionellen jüdischen Friedhofs- und Grabmalskultur und ist in der Diskussion als potenzieller Welterbe-Kandidat bei der UNESCO. 81 Grabanlagen mit ihren Verstorbenen werden nun mit näheren Informationen vorgestellt.

Finanziert wurde das digitale Leitsystem von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

Hinweise

115.628 Berliner
Der jüdische Friedhof Weißensee
– Dokumentation der flächendeckenden Erfassung der Grabstätten mehr


Ausschnitt Digitales Leitsystem
Historische Jüdische Friedhöfe Berlins: Digitales Leitsystem entwickelt mehr

Links


Jüdischer Friedhof Weißensee, Grabstelle Familie Bernstein
 

Jüdischer Friedhof Weißensee, Eingang