Denkmal  

 

Bodendenkmale

Stadtmauer


stadtmauer

Stadtmauer, Waisenstraße, Mitte;
1250/90, Erhöhung im 14. Jh., Sicherung 1948


Der älteste Stadtplan mit der Darstellung des Verlaufs der mittelalterlichen Berliner und Cöllner Stadtbefestigung stammt aus dem Jahre 1652. Er wurde von Johann Gregor Memhardt angefertigt, der ab 1658 im Auftrage des Kurfürsten Friedrich Wilhelm den Bau neuer Befestigungsanlagen um Berlin leitete. Während dieser Maßnahmen wurde der mittelalterliche Doppelgraben vor der Mauer auf der Berliner Seite zugeschüttet. Die Stadtmauer blieb nördlich des Stralauer Tores erhalten. Zwischen ihr und den neuen Festungswällen wurde eine Straße angelegt, die bis heute zwischen der Spree (Stralauer Tor) und der Klosterkirche als Littenstraße erhalten blieb. Die Höhe der erhaltenen Stadtmauer variiert zwischen 3,0 und 5,0 m. Errichtet wurde sie aus Feld- und Ziegelsteinen. Die Fundamenten bestehen überwiegend aus Feldsteinen. Beim Wiederaufbau des Lokals "Zur letzten Instanz" konnten die Fundamente der Stadtmauer im Jahre 1961 archäologisch untersucht werden. Bei der Ausgrabung wurde festgestellt, dass sie bis zur einer Tiefe von 1,8 m reichten und eine Stärke bis zu 1,2 m erreichten. Bei einer zweiten Untersuchung in der Nähe der Klosterkirche wurde im Jahre 1965 eine Stärke der Mauer von 3,5 m festgestellt. Einige Balkenlöcher sowie ein deutlicher Absatz bei 4 m Höhe auf der Innenseite rühren von einer Brüstungsmauer für einen nach hinten ansetzenden Wehrgang her. Etwa in gleicher Höhe gibt es an einer Stelle drei Öffnungen, die als Schießscharten zu deuten sind. Die Restaurierung des heute erhaltenen, ca. 120 m langen Stadtmauerabschnitts wurde 1984 abgeschlossen. Eine neue Überraschung bereitete 1996 die Entdeckung weiterer Stadtmauerfragmente zwischen dem südlichen Ende der restaurierten Mauer und der Stralauer Straße. Beim Abriss der Häuser Littenstraße 105 und des rückwärtig angebauten Hauses Waisenstraße 3 wurde die stadtseitige Außenschale der Stadtmauer freigelegt. Die Stärke der erhaltenen Mauerreste betrug 20 bis 45 cm und konnte auf einer Länge von ca. 8 m dokumentiert werden.