Denkmal  

 

Bodendenkmale

Patrizierhaus


Patrizierhaus

Patrizierhaus, Carl-Schurz-Straße 49, Spandau;
Kellergeschoss eines Patrizierhauses, ab 15. Jahrhundert


1987 bis 1988 konnte eine umfangreiche Bestandsaufnahme des erhaltenen Kellergeschosses sowie quellenkundliche Untersuchungen für das Grundstücks Carl-Schurz-Straße 49 in Spandau durchgeführt werden. Als erster Eigentümer wurde für die Zeit von 1464 bis 1478 der Patrizier Claus Hönow ermittelt. Die Stadt Spandau erwarb im Jahre 1735 das Grundstück für die in Spandau stationierten Kommandeure des königlichen Regiments, u.a. wohnten dort zeitweise die preußischen Prinzen August Wilhelm und Heinrich, Brüder des Königs Friedrich II. 1987 waren fast alle ehemaligen Kellerräume mit Schutt aufgefüllt. Bei der Freilegung der westlichen Außenmauer (Hofseite) wurden zwei unbekannte Anbauten entdeckt und untersucht. Raum 11, ein schmaler, langgestreckter Raum der ersten Bauphase, ursprünglich mit einem Tonnengewölbe überdeckt, war ohne festen Fußboden und mit Brandschutt aufgefüllt. In dem Schutt befanden sich viele Flaschenbruchstücke, die in die Zeit nach 1750 gehören. Ein Gewölberippenansatz und Reste einer Treppe zum Hof deuten wohl auf einen Umbau des späten 15. Jahrhunderts, von dem sonst nichts mehr vorhanden ist. Die stark beschädigte Treppe ist im Zuge der Restaurierung entfernt worden. Aus dem darunter befindlichen Füllmaterial (Fundament der Treppe) wurde eine Anzahl von Formsteinen und Formsteinfragmenten geborgen, darunter auch das eines Schlusssteins, Birnstabformsteine aus Raum 11, gelbe Halbrundsteine des 16. Jahrhunderts, wie sie z.T. noch in den Wänden des Raumes 6 zu sehen sind. In den Umbauten späterer Zeiten befinden sich, als Füllmaterial verbaut, viele gotische Formsteine aus der ersten Bauphase. Sie sind vergleichbar mit Formsteinen im Palas der Spandauer Zitadelle und gehören in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der zum Jahresende 1990 fertiggestellte Neubau für ein Wohn- und Geschäftshaus überspannt die denkmalgeschützte Anlage. In den Kellerräumen hat die Archäologische Denkmalpflege und das Stadtgeschichtliche Museum Spandau eine ständige Ausstellung zur Baugeschichte Spandaus eingerichtet.

Begehung nach Anmeldung unter: 030 3339388 (Spandau Information) oder 030 3346270 (Förderverein).