Denkmal  
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Bodendenkmale

Heiliggeist-Hospital


Heiliggeist-Hospital

Heiliggeist-Hospital, Spandauer Straße 1-3, Mitte;
Fundamente der südlichen Umfassungsmauer des "Hospiz zum Heiligen Geist", vermutlich 16. Jahrhundert


Der rote Backsteinbau der Heiliggeist-Kapelle in der Spandauer Straße stammt vom Ende des 13. Jahrhunderts. Er ist der einzige noch erhaltene Teil des erstmals im Jahre 1272 erwähnten "Sehen" (Siechen-) oder "Armenhof zum heiligen Geiste". Dieses Hospital am Spandauer Tor entstand nach der Mitte des 13. Jahrhundert zusammen mit der Berliner Neustadt um die Marienkirche und existierte bis 1886. Für den Unterhalt war schon im Mittelalter der Rat der Stadt zuständig und als Pflegerinnen waren die in freiwilliger Armut lebenden Beginen tätig. Zum Hospital gehörte ein Friedhof, der sich nach den Stadtplänen des 17. Jahrhundert westlich in Richtung Spree ausdehnte. Neubauabsichten auf dem Gelände führten zu einer archäologische Untersuchung, die sich südlich und westlich der benachbarten Hochschule bis zur Burgstraße auf einer Fläche von mehr als 2500 Quadratmetern erstreckte. Es wurden Skelettreste von 300 Individuen, darunter mehr als 100 ungestörte Gräber dokumentiert. Die, wie in christlicher Zeit üblich, von West nach Ost orientierten Skelette wurden in bis zu drei Metern Tiefe unter dem heutigen Geländeniveau, zum Teil in bis zu fünf Horizonten, angetroffen. Es handelt sich um in Leichentüchern und Holzsärgen bestattete Erwachsene, Kinder, Säuglinge und Neugeborene. Unter der ehemals südlich der Hochschule entlangführenden Heiliggeist-Gasse wurden die aus Granitsteinen bestehenden Fundamente der Barockzeitlichen Friedhofsmauer mit einem Portal, sowie die Fundamente der Vorgartenmauer des Erweiterungsbaues des Hospitals aus der Mitte des 19. Jahrhunderts freigelegt, dokumentiert und restauriert. Sie sind als sichtbares Bodendenkmal in die Grünanlage einbezogen. Da dem Heiliggeist-Hospital vornehmlich die städtische Pflege bedürftiger Bürger wie Waisen, Alleinstehende, Alte, Gebrechliche und Kranke oblag, ist mit den Körpergräbern eine spezifische Bevölkerungsgruppe fassbar geworden, bei der spezielle Krankheitsbilder und Mangelerscheinungen zu erwarten sind.
 
 


 
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