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Bodendenkmale

Gutshof Rosenthal


Gutshof Rosenthal

Gutshof Rosenthal, Hauptstraße 145, Pankow-Rosenthal;
Feldsteinkeller 13. Jh.


Von Mai bis August 1998 wurde auf dem ehemaligen Gutshof Rosenthal eine archäologische Ausgrabung durchgeführt. Das betreffende Gelände ist zwar vorrangig als Gutshof genutzt worden, aber im 17. und 18. Jahrhundert gehörte es der kurfürstlichen und königlichen Familie, die hier um 1690 ein Schloss bauen ließ, das nur etwa 30 Jahre bestand. Zahlreiche Fundamentreste des Schlosses konnten dokumentiert werden. Mit den Resten eines Kellers fanden sich auch mittelalterliche Siedlungsspuren. Eine quadratische Balkenkonstruktion war mit Spaltbohlen verschalt, z.T. mit Holzdielen ausgelegt und beherbergte unter anderem drei vollständige Kugeltöpfe. Die noch vorhandenen Holzteile waren verkohlt und dadurch gut erhalten. Eine dendrochronologische Untersuchung ergab das Fälldatum 1230. Damit gehörte der Keller wohl zu einem der ersten Häuser, die deutsche Einwanderer hier errichteten. Nur wenige Meter entfernt wurde das 5 x 5m große Feldsteinfundament eines Wohnturmes entdeckt, mit einer Wandstärke von 80 cm bis 1,0 m und auf der Innenseite behauenen und geglätteten Steinen. Sein südlicher Teil war leider gestört. Etwa zwei Meter daneben befand sich ein weiteres Feldsteinfundament, das ursprünglich mit dem Keller verbunden war. Das fehlende Teil war beim Verlegen eines Abwasserrohres entfernt worden. Von diesem Anbau, wahrscheinlich dem Rest des Treppenturmes, führt ein Eingang zum Keller. Aus der Verfüllung wurden zahlreiche Gebrauchs- und Ofenkeramikreste, Eisengegenstände, Tierknochen sowie weitere Feldsteine, die ehemals zu dem Fundament gehörten, geborgen. Die in der Baugrube und den untersten Schichten gefundene Keramik datiert den Turm in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts. Da das Gelände des Gutshofs mehrmals erheblich umgestaltet wurde, fanden sich kaum Spuren einer den Turm umgebenden Befestigung. Nur etwa zehn Meter Flechtwerkzaun sowie Reste einer Feldsteinmauer, die parallel zum Turm liegen, sind die einzigen Hinweise darauf. Dieser bisher unbekannte niederadlige Sitz gehörte wohl der hier "seit Alters her" ansässigen Familie von Krummensee, die erstmals im Landbuch Kaiser Karls IV im Jahre 1375 erwähnt wird. Die Anlage ist gesichert worden und soll sichtbar in die neue Wohnsiedlung einbezogen werden.