Denkmal  

 

Bodendenkmale

Dominikanerkloster


Dominikanerkloster

Dominikanerkloster, Reformationsplatz 2-4, Spandau;
Reste der Spandauer Dominikanerniederlassung und Friedhof der St. Nikolaikirche, 13.-15. Jahrhundert


Bei Vorbereitungsarbeiten für die Neubebauung des Grundstücks Reformationsplatz 3-4 wurden 1981 die Fundamente eines großen mittelalterlichen Gebäudes angeschnitten. Sie bestehen aus z.T. behauenen Feldsteinen und Ziegelsteinen und reichen in nordöstlicher Richtung bis unter das Haus Reformationsplatz 2. Während der Ausgrabung wurden die Fundamente freigelegt und dokumentiert. Aus dem Baugrubenbereich zwischen den alten Fundamenten und dem Gehweg am Reformationsplatz (Schauraum im archäologischen Keller) wurden etwa 580 Gräber geborgen. Sie gehörten zu dem früheren Friedhof der St. Nikolai-Kirche, der bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts belegt wurde. Die Gräber lagen in mehreren Schichten übereinander (ein Hinweis auf die lange Nutzung des Friedhofs) sowie in Reihen nebeneinander. Beim Bergen der tiefer liegenden Gräber stellte sich heraus, das viele von ihnen von den mittelalterlichen Fundamenten überlagert waren. Die Datierung der Fundamente erfolgte durch Keramikfunde aus den Fundamentgräben, sie gehören in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Unter den ältesten Bestattungen fanden sich vier, die Schmuck enthielten. Es handelt sich dabei um sogenannte "Schläfenringe" - slawische Schmuckstücke, die an einem Haarband in der Nähe der Schläfen getragen wurden. Alle hier ausgegrabenen Skelette wurden anthropologisch untersucht. Es wurden Geschlechts- und Altersbestimmungen vorgenommen, wobei auch Krankheits- und Verletzungsmerkmale dokumentiert wurden. Nach dem heutigen Stand der archäologischen und historischen Forschungen geht man davon aus, dass es sich wahrscheinlich um eine frühe Niederlassung des Dominikanerordens handelt, die z. T. auf dem Geländes eines älteren Friedhofs errichtet worden war. Ein Teil des Gebäudebereichs, heute unter dem Neubau Reformationsplatz 5 gelegen, wird nach 1536 als "Schwarze Zelle" bezeichnet: eine Benennung nach dem schwarzen Mantel der Dominikaner. Eine Besichtigung ist durch große Fenster möglich.

Eine Begehung nach Anmeldung unter: 030 3339388 (Spandau Information) oder 030 13346270 (Förderverein).