Denkmal  



 

Berliner Mauer

An der Schillingbrücke - Grenzverlauf durch die Spree

 
An der Schillingbrücke - KartenausschnittfillUnter Denkmalschutz stehende Hinterlandmauer westlich der Schillingbrücke, 2005

Südwestlich des ehemaligen Hauptbahnhofs (heute: Ostbahnhof) kreuzte die Grenzanlage die Spree. In der Nähe von Wasserläufen - der Spree, dem Spandauer Schifffahrtskanal oder auch dem Flutgraben - wurde die Grenze durch besonders breite Grenzstreifen mit zusätzlichen Sperrelementen und durch Patrouillenboote sowie mit Nägeln gespickte stählerne "Unterwassermatten" gesichert. In dem Grenzabschnitt zwischen Schillingbrücke und Osthafen lag die Spree vollständig auf Ost-Berliner Territorium. Die Hinterlandmauer - heute als East Side Gallery bekannt - verlief entlang des Friedrichshainer Ufers der Spree. Die am Kreuzberger Ufer liegende Sektorengrenze wurde nicht wie üblich durch eine Grenzmauer markiert, die Sicherung erfolgte durch das Gewässer selbst. Auf dem Eckgrundstück zwischen den Straßen Stralauer Platz und An der Schillingbrücke ist ein rund 80 Meter langer Abschnitt Hinterlandmauer erhalten und steht seit 2001 unter Denkmalschutz.

Südlicher der Spree okkupierte der zwischen den Bezirken Mitte und Kreuzberg liegende Mauerstreifen den historischen Grünzug des Luisenstädtischen Kanals und folgte dessen Verlauf bis zum Engelbecken. Der nach Planungen Peter Joseph Lennés Mitte des 19. Jahrhunderts entstandene Luisenstädtische Kanal war einst Verbindungs- und Transportweg zwischen der Oberspree und dem Landwehrkanal. Aus hygienischen Gründen wurde der Kanal 1926 zugeschüttet und das ehemalige Kanalbett von Gartenbaudirektor Erwin Barth zu einer abwechslungsreichen Grünanlage umgestaltet. Seit dem Mauerbau 1961 begrub der Grenzstreifen den "Grünen Kanal" unter sich und zerstörte so das Erholungsgebiet. Nach der Wende begann die Wiederherstellung der Barth´schen Anlagen. Direkt am südlichen Spreeufer, westlich der Schillingbrücke und im Rücken des neuen Hauptsitzes der Gewerkschaft Verdi steht noch ein rund 18 Meter langer seit 2005 denkmalgeschützter Abschnitt der Hinterlandmauer. Die am Ufer gelegene Mauer sollte unter anderem den dort befindlichen Anleger der Grenzpatrouillenboote abschirmen.