Denkmal  
 

Berliner Mauer - Dokumentation

Die Berliner Mauer als Bauwerk (Stand: 2001-2003)

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Hinter dem Signalzaun waren oft Hundelaufanlagen und andere Hindernisse angeordnet - etwa die “Flächensperren” mit aufrecht stehenden langen Stahlspitzen, die einen vom Zaun herunterspringenden Flüchtling schwer verletzen konnten.

Zu den markantesten Elementen im Todesstreifen gehörten die Wachttürme. Jeweils eine Gruppe von Beobachtungstürmen wurde von einer Leitstelle aus koordiniert. Alle erhaltenen Türme gehören zum Typus der Leitstelle; von den Beobachtungstürmen ist keiner am originalen Standort erhalten. An einigen Stellen zeichnen sich aber die “Fußabdrücke” von Türmen im Boden ab.

Der Kolonnenweg, der noch oft über längere Abschnitte erhalten ist, diente als Patrouillenweg sowie zum Absetzen von Posten und zur Versorgung beispielsweise auch der Hunde in den Laufanlagen. Zum Kontext des Kolonnenweges gehören auch die Zufahrtstore in der Hinterlandmauer.

Üblicherweise standen die Lichtmasten entlang der “feindwärtigen” Seite des Kolonnenweges und beleuchteten dabei nicht den Weg, sondern den zwischen Weg und Grenzmauer angelegten Kontrollstreifen aus nacktem Sand. In diesem sollten sich die Spuren von Flüchtlingen abzeichnen; dadurch konnte mangegebenenfalls feststellen, welcher Wachtposten seine Pflicht vernachlässigt hatte, und diesen zur Verantwortung ziehen.

Die Lichtmasten an der West-Berlin zugewandten Seite des Kolonnenweges trugen eine Farbmarkierung aus horizontalen Streifen in der Abfolge rot-weiß-grün-weiß. Sie signalisierte die “Vordere Postenbegrenzung”. Grenzsoldaten durften diese Linie nicht ohne Vorankündigung überschreiten: dies wäre als Fluchtversuch gewertet worden.

Das “Vordere Sperrelement”, die Grenzmauer direkt an der Sektorengrenze, ist immer als “Die Mauer” schlechthin betrachtet worden und hat die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Abschnitte der Grenzmauer der „4. Generation“ gibt es heute nur noch an drei Stellen – in der Niederkirchnerstraße, der Bernauer Straße und der Liesenstraße (die als East Side Gallery bekannte lange Mauer wurde zwar als Grenzmauer 75 errichtet, ist aber technisch gesehen Hinterlandmauer). Nicht selten finden sich aber auch Reste und Überbleibsel von früheren Phasen der Grenzmauer, die zuletzt durch die “Grenzmauer 75” ersetzt worden sind.

Eine Sondersituation der Grenze stellten die Grenzübergangsstellen (GÜSt) dar. Es gab sie für Fußgänger, Autofahrer, Bahnreisende und für Frachtschiffe. Immer waren es besonders scharf gesicherte Zonen. Die komplexen Abläufe, mit denen der Grenzverkehr kontrolliert wurde, haben an diesen Stellen ihre Spuren hinterlassen, etwa in Gestalt von Fahrbahnmarkierungen, Lichtmasten, Fahnenstangen und Spuren der speziellen Anlagen wie Tore und Baracken.

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deutsche Fassung:
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ISBN 3-929592-50-9

englische Fassung:
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ISBN 3-929592-40-1