Denkmal  



 

Berliner Mauer

Hinterlandmauer am Leipziger Platz

 
Leipziger Platz - KartenausschnittfillUnter Denkmalschutz stehende Hinterlandmauer an der südlichen Platzkante des Leipziger Platzes, 2003


Das Areal Potsdamer und Leipziger Platz war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eines der bedeutendsten urbanen Zentren Europas und Symbol für die Metropole Berlin. Mit dem Bau der Mauer 1961 wurden die Plätze zum städtebaulichen Niemandsland im Todesstreifen. Letzte im Krieg nicht zerstörte Bauten wurden bis auf die Reste des Grandhotels Esplanade und das Weinhaus Huth abgeräumt und ein breiter Grenzstreifen errichtet. Der "verlorene" Potsdamer Platz - nicht zuletzt bekannt geworden durch Wim Wenders Film Der Himmel über Berlin - avancierte in der Folge zur Touristenattraktion. Eine Aussichtsplattform im Westen erlaubte den Blick über die Grenzanlagen. Nach der Wiedervereinigung 1990 wandelte der Ort erneut sein Gesicht. Die "größte Baustelle Europas" brachte innerhalb weniger Jahre ein neues wirtschaftliches und kulturelles Zentrum hervor und beseitigte so gut wie alle Überreste der einstigen Grenzbefestigung in der Nachbarschaft.

Lediglich an der Ecke Stresemannstraße/Erna-Berger-Straße befindet sich ein letztes Stück Hinterlandmauer inklusive der kniehohen rot-weißen Sperrrohre am originalen Standort. Die Mauer schließt an die Brandwand des neoklassizistischen Erweiterungsbaus des preußischen Landwirtschaftsministeriums von 1913-19 an und verlief ursprünglich von dort quer über den achteckigen Leipziger Platz Richtung Brandenburger Tor.

Auf dem Leipziger Platz stehen im Norden und Süden noch weitere Mauersegmente. Alle in diesem Bereich erhaltenen Reste gehörten zur Hinterlandmauer. Um den hinüber sehenden Touristen jedoch einen aufgeräumten und ordentlichen Eindruck zu vermitteln, wurde die Hinterlandmauer an diesem prominenten Ort aus Elementen der "Grenzmauer 75" errichtet, die eigentlich dem nach Westen abschließenden Sperrelement vorbehalten waren. Die Verantwortlichen begrüßten die Errichtung der "Grenzmauer 75", um so "die politische Ausstrahlungskraft der Hauptstadt der DDR, Berlin an den publikumswirksamen Abschnitten Brandenburger Tor und Leipziger Platz weiter zu erhöhen."

Die wenigen an diesem prominenten Ort erhaltenen Überreste der Berliner Mauer stehen seit 2001 unter Denkmalschutz. Die Planungen sehen vor, dass die Hinterlandmauer an der Ecke Stresemannstraße/Erna-Berger-Straße in das Foyer des Berliner Dienstsitzes des Bundesumweltministeriums integriert wird.