Denkmal  



 

Berliner Mauer

Invalidenfriedhof

 
Invalidenfriedhof - KartenausschnittfillDenkmalgeschützte und sanierte Hinterlandmauer auf dem Invalidenfriedhof, 2003


Der 1748 im Auftrag Friedrich II. für die Invalidenhausgemeinde angelegte Invalidenfriedhof stößt an die Böschungsmauer des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal. Genau in dessen Mitte verlief die nach dem Zweiten Weltkrieg von den alliierten Kontrollmächten gezogene Sektorengrenze. Im Zuge des stufenweisen Ausbaus der DDR-Grenzsicherung ab dem 13. August 1961 erlitt der Invalidenfriedhof gravierende Zerstörungen. Ganze Grabfelder (E,F,G) mussten dem Grenzstreifen weichen. Vor allem in den Jahren 1973 und 1975 wurden sämtliche Grabstätten in diesem Bereich entfernt und die Vegetation beseitigt. Auch in der Sperrzone vor der Hinterlandmauer fielen zahlreiche Grabmale den Abräumaktionen zum Opfer. Die 1902 als westliche Friedhofsmauer entlang des Kanalufers errichtete Ziegelmauer wurde - durch einen Zaun verstärkt - zur Grenzmauer umfunktioniert. Vor der vollständigen Einebnung schützten den Friedhof die Gräber verdienter Militärs der Befreiungskriege 1813/15, die auch in der DDR verehrt wurden, so die von Karl Friedrich Schinkel entworfene Grabstätte für General Gerhard David von Scharnhorst oder die des Freiheitskämpfers Friedrich Friesen.

Ein rund 180 Meter langer und mehrfach durchbrochener Abschnitt der Hinterlandmauer und ein etwas längerer Abschnitt des Kolonnenweges, die den Invalidenfriedhof seit 1975 durchschnitten, sind erhalten und stehen seit 1990 unter Denkmalschutz. Die Mauersegmente wurden 2003 im Auftrag des Landesdenkmalamtes betonsaniert und wieder mit der für die Ostseite der Hinterlandmauer typischen Farbfassung von langgestreckten weißen Rechtecken in grauer Rahmung bemalt.

Da der Invalidenfriedhof, auf dem zahlreiche bedeutende Grabdenkmale herausragender Persönlichkeiten der preußisch-deutschen Militärgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts erhalten sind, auch ein bedeutendes Gartendenkmal ist, erfolgte ein Kompromiss zwischen der Erhaltung von Elementen der Grenzanlage und der Wiederherstellung des Gartendenkmals Invalidenfriedhof. Der ehemalige Todesstreifen ist heute Teil der von der Sandkrugbrücke beim Hamburger Bahnhof bis zum Nordhafen geführten Uferpromenade, die dem Verlauf der Sektorengrenze folgt.