Denkmal  



 

Berliner Mauer

Hinterlandmauer an der Bornholmer Straße - Zeuge des 9. November 1989

 
Kartenausschnitt Bornholmer StraßefillZeitgenössisches Foto: Reste der unter Denkmalschutz stehenden Hinterlandmauer am ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße, 2003


"Wir wohn´n Bornholmer Straße, im Osten...
Ick wa schon inne Heia, die Alte jeht noch mit´m Hund runta,
kommt ruff und sagt: Mensch, du, die jehn alle nach´n Westen!
Ick nischt wie anjezogen und rüber."

Der Spiegel 46/1989, S. 28

Am Abend des 9. November 1989 geschah das Unfassbare: Das Politbüromitglied Günter Schabowski erklärte in der legendär gewordenen Pressekonferenz, dass Westreisen über alle Grenzübergänge möglich seien. Innerhalb kürzester Zeit versammelten sich Tausende Ost-Berliner an den Grenzübergängen der Stadt. An der Bornholmer Straße öffnete sich gegen 22.30 Uhr der Schlagbaum. Menschenmengen strömten über die Bösebrücke nach West-Berlin. Der Grenzübergang Bornholmer Straße wurde als erster geöffnet, ihm folgten im Laufe der Nacht die übrigen Berliner Grenzübergänge. Gedenktafeln an der Bösebrücke und der Bornholmer Straße erinnern heute an dieses Ereignis.

Insgesamt führten von 1961 bis 1989 zwölf Grenzübergangsstellen nach West-Berlin. Heiligensee, Staaken, Dreilinden und Waltersdorfer Chaussee lagen an der Grenze zwischen West-Berlin und der DDR; hier wurden Bundesbürger und internationale Besucher abgefertigt. Acht Übergänge lagen zwischen Ost- und Westberlin: In der Chausseestraße, Invalidenstraße, Sonnenallee und an der Oberbaumbrücke wurde der Grenzverkehr der West-Berliner geregelt. Den Checkpoint Charlie passierten Angehörige der westlichen Schutztruppen, Diplomaten und ausländische Besucher und den Bahnhof Friedrichstraße Bundesbürger und ausländische Besucher, die mit der U- oder S-Bahn fuhren.

Grenzübergang Bornholmer Straße im Jahr 1988

Der zwischen den Bezirken Pankow (Ost) und Wedding (West) gelegene Grenzübergang Bornholmer Straße diente, genauso wie der an der Heinrich-Heine-Straße, der Abfertigung von Bürgern der BRD. Er unterlag - wie alle Grenzübergangsstellen - besonderen baulichen Sicherungsmaßnahmen. Die Grenzanlage war durchgängig von Hinterlandmauern eingefasst. Die nördlich der Bornholmer Straße auf der Böschung der östlichen Brückenrampe gelegene Hinterlandmauer ist fast bis zur Björnsonstraße erhalten. Sie schirmte die Grenzübergangsstelle gegen das nördlich anschließende Kleingartenareal ab. Das aus Betonplatten und Stahlbetonpfeilern bestehende Bauwerk steht seit 2001 unter Denkmalschutz.