Denkmal  

 

Denkmale der Alliierten in Berlin - USA

US Militärkrankenhaus

Ehem. Stubenrauch-Kreiskrankenhaus

Ehem. Stubenrauch-Kreiskrankenhaus; Foto: Wolfgang Bittner
Ehem. Stubenrauch-Kreiskrankenhaus; Foto: Wolfgang Bittner

Unter den Eichen 44-46 in Steglitz-Zehlendorf, Ortsteil Lichterfelde
Bauzeit/-geschichte: 1898-99 Hauptgebäude, Pavillon für innere Krankheiten, Kesselhaus und Waschhaus, 1902-04 Mutterhaus, 1903-05 Pavillon für Lungenkranke, 1905-06 Pavillon für Pensionäre, weitere Anbauten 1908-12 und um 1930


Von 1945-1976 betrieb die US Army im ehemaligen Stubenrauch-Kreiskrankenhaus in Lichterfelde ihr zentrales Militärkrankenhaus, das für die medizinische Versorgung aller Angehörigen der Berlin-Brigade reserviert war.

Von 1900-1945 wurde das Krankenhaus als Kreiskrankenhaus der Stadt Teltow betrieben und nach Ernst von Stubenrauch benannt, der 1858-1909 Landrat des Kreises Teltow war. Das Krankenhaus verfügte über eine besondere Abteilung für Infektionskranke. 1924 wurden außerdem eine chemische Untersuchungsanstalt und das öffentliche Nahrungsmitteluntersuchungsamt des Landkreises Teltow eingerichtet.

Der Bau des Krankenhauses wurde 1898 von Heino Schmieden in Pavillonbauweise begonnen und später von ihm und dem Architekten Kleine fortgeführt. Das zentrale zweigeschossige, in Ziegelbauweise errichtete Hauptgebäude mit hohem Dach und einem mit spitzen Türmen verzierten Mittelrisalit datiert wie das Kessel- und Waschhaus auf 1898-99, Anbauten folgten 1910. Das Mutterhaus wurde 1902-04 errichtet. 1903-05 wurden der Pavillon für Lungenkranke, 1905-06 der Pavillon für Pensionäre, 1908-09 das Pathologische Institut, 1910 ein weiterer Pavillon für internistische Patienten und ein Pavillon für Infektionskranke hinzugefügt. Als letzter großer Bau entstand 1912 der Pavillon für Diphtheriekranke.

In der Zeit des Zweiten Weltkrieges diente die Klinik der SS als Militärlazarett. Im August 1945 wurde das Krankenhaus von den US-Streitkräften beschlagnahmt und darin das 279th Station Hospital eingerichtet. Das Gebäude war im Krieg nicht wesentlich beschädigt worden und nach der Instandsetzung durch die US-amerikanischen Ingenieure konnte es Weihnachten 1945 in Betrieb genommen werden.

In vier der im Backsteinstil erbauten Pavillons wurden Bettenhäuser eingerichtet. Es existierten eine Zahnklinik, eine Radiologie, Labors und eine Klinik für präventive Medizin. Außerdem waren auf dem Gelände auch die Tierklinik, eine Kirche, ein Softballfeld, ein Offiziersclub (EM Club) und ein Kino untergebracht.

Am 17. Juli 1976 war der Bau des neuen American Army Hospital in der Fabeckstraße 60-62 fertiggestellt, sodass das Stubenrauch-Krankenhaus an die Stadt Berlin zurückgegeben werden konnte. Nach der Rückgabe wurde das Grundstück geteilt. Während sämtliche Gebäude des nördlichen Teils abgerissen wurden, blieben im vorderen südlichen Teil das Haupthaus, das Mutterhaus, ein Teil des Pavillons für Lungenkranke und der Pavillon für Pensionäre erhalten.