Denkmal  

 

Denkmale der Alliierten in Berlin - USA

Roosevelt Barracks

Ehem. Kaserne des Garde-Schützen-Bataillons

Ehem. Kaserne des Garde-Schützen-Bataillons; Foto: Wolfgang Bittner
Ehem. Kaserne des Garde-Schützen-Bataillons; Foto: Wolfgang Bittner

Gardeschützenweg 71/101, Augustaplatz 7, Tietzenweg 29/43, Viktoriastraße 10 in Steglitz-Zehlendorf, Ortsteil Lichterfelde
Bauzeit/-geschichte: 1881-84 von Brun, Rossteuscher, Schönhals und Verworn, diverse Erweiterungen und Umbauten


1945-92 war die Kaserne des Garde-Schützen-Bataillons von den US-amerikanischen Streitkräften requiriert. Sie wurde nach Brigadegeneral Theodore Roosevelt Jr. (1887-1944), Sohn des 26. US-Präsidenten Theodore Roosevelt, als Roosevelt Barracks bezeichnet.

Das Garde-Schützen-Bataillon wurde 1814 gegründet und rekrutierte sein Personal aus dem bis 1849 zu Preußen gehörenden Fürstentum Neuchâtel. 1881-84 erhielt es eine nach den Plänen Bruns, Rossteuschers, Schönhals' und Verworns errichtete eigene Kaserne. Sie war nach einem damals für preußische Kasernen üblichen Prinzip aufgebaut. Entlang der Straße erstreckt sich das lange Hauptgebäude, das der Unterkunft der Soldaten und als Speisesaal diente. Rechts und links dieses Hauptgebäudes wurden zwei identische Unteroffiziershäuser platziert. An der rückwärtigen Front breitet sich der kleine Exerzierplatz aus, an den der große Exerzierplatz angrenzt. Um diese Exerzierplätze gruppieren sich der Offiziersgarten, das Lazarett, ein Fahrzeugschuppen, eine Büchsenmacherei, ein Pferdestall und das Exerzierhaus. 1911-15 wurden mehrere Mannschaftshäuser hinzugefügt. Größere Baumaßnahmen erfolgten 1930-31, als die Feuerwerkerschule der Reichswehr von Jüterbog nach Lichterfelde umzog. Zur Zeit der Nationalsozialisten wurden 1933-36 ein Unterrichtsgebäude, ein Wirtschaftsgebäude, Werkstätten und ein weiteres Mannschaftshaus hinzugefügt.

Die Kaserne ist im Stil norddeutscher Backsteingotik errichtet. Alle späteren Baumaßnahmen passten sich dem ursprünglichen Stil an.

Mit der Übernahme durch die US-amerikanischen Streitkräfte kam es innerhalb der Kaserne zu Umstrukturierungen. Die Exerzierplätze wurden in Parkplätze umgewandelt. Die Mannschaftshäuser und die Feuerwerksschule wurden von den Soldaten als Quartier bezogen. Im Hauptgebäude war die Kantine (Mess) und in einem der Offiziershäuser die Krankenstation untergebracht. Im Wirtschaftsgebäude befand sich der Führungsstab. Außerdem wurden ein General Store und eine Autowerkstatt eingerichtet. 1950-58 und 1961-91 war in den Roosevelt Barracks auch das Guard Bataillon, das für die Überwachung von US-Einrichtungen zuständig war, untergebracht. 1991 zog hier außerdem ein Kontingent der Bundeswehr ein. Zeitweise diente die Kaserne der Bundesaufsicht für Kreditwesen als Dienstsitz. Seit 2003 ist sie eine Außenstelle des Bundesnachrichtendienstes.