Denkmal  

 

Denkmale der Alliierten in Berlin - USA

McNair Barracks – Hauptquartier der Berlin Brigade

Ehem. Telefunken-Werke

  • Ehem. Telefunken-Werke; Foto: Wolfgang Bittner
    Ehem. Telefunken-Werke; Foto: Wolfgang Bittner
  • Ehem. Telefunken-Werke; Foto: Wolfgang Bittner
    Ehem. Telefunken-Werke; Foto: Wolfgang Bittner

Goerzallee 188/190, 218/220, Billy-Wilder-Promenade 11-49, Harry-S.-Truman-Allee 3, 3A, 23-29, Platz des 4. Juli 2/26 in Steglitz-Zehlendorf, Ortsteil Lichterfelde
Bauzeit/-geschichte: 1937-40 von Hans Hertlein


Der weiträumige Industriekomplex der ehemaligen Telefunken-Werke wurde 1945-94 von den US-amerikanischen Streitkräften als Hauptquartier und Kaserne genutzt.

1903 gründeten die auf dem Gebiet der drahtlosen Nachrichtenübermittlung führenden deutschen Elektrokonzerne, die AEG (Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft) und Siemens & Halske die Gesellschaft für drahtlose Telegraphie (System Telefunken). Ziel war es, auf dem Gebiet der Schifffahrt, des Militärs und der interkontinentalen Nachrichtenübermittlung gemeinsam zu agieren. 1938 wurde ein großes Areal in der Goerzallee angekauft, um darauf eine Fabrikanlage für Elektronenröhren und Funkanlagen zu errichten. Hans Hertlein, der als Chefarchitekt für Siemens tätig war und in den 1920er Jahren mit dem Bau wegweisender Fabrikanlagen hervortrat, hatte 1937 Pläne zur Bebauung vorgelegt. 1939 konnten die ersten Werkstätten bezogen werden. 1940 war das Gelände vollständig bebaut.

Die in Stahlskelettbauweise errichteten Fertigungshallen sind von klarer Disposition. Die Werkstätten sind in viergeschossigen, verputzten, flachgedeckten Gebäuden untergebracht, die sich um offene Höfe gruppieren. Zwischen ihnen sind zwei- und dreigeschossige Nebengebäude angeordnet. Die Fassaden werden lediglich durch die Fensteröffnungen gegliedert und sind sparsam mit Reliefs verziert. Ein neungeschossiger Uhrturm an der nordöstlichen Ecke macht die Anlage weithin sichtbar. Die Mittelachse betont ein ehemals begrünter Ehrenhof.

Die Telefunken-Werke wurden ab 1945 neben den Andrews Barracks (Hauptkadettenanstalt) und den Roosevelt Barracks (Garde-Schützen-Kaserne) zum dritten großen Kasernenstandort der US-Streitkräfte in Berlin ausgebaut. Sie erhielten ihren Namen nach dem US-amerikanischen Generalleutnant Lesley J. McNair, der am 25. Juli bei der Schlacht in der Normandie ums Leben kam.

Das gesamte Areal war mit militärischen und versorgungstechnischen Einrichtungen nach dem Prinzip "Stadt in der Stadt" durchzogen. Die Unterkünfte der Soldaten waren im südlichen Bereich angesiedelt (Gebäude 1001 B, 1001 E, 1016). Es gab ein Education Center, eine Schule (BBDE School), mehrere Offiziers- und Soldatenmessen, Clubräume (EM Club, Rod and Gun Club, NCO Club), Turnhallen (Gymnasium), eine Snack-Bar, eine Bäckerei, einen Buchladen, eine Bibliothek, einen Militärbekleidungsladen und das Coliseum Theater (Kino).

Nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Abzug der US-Streitkräfte wurde das Gelände 1994 der Stadt Berlin übergeben. Seitdem sind einzelne Gebäude privatisiert und in Eigentumswohnungen umgewandelt worden.