Denkmal  

 

Denkmale der Alliierten in Berlin

Zeugnisse der amerikanischen Streitkräfte


Flughafen Tempelhof, RIAS-Funkhaus, Kino Columbia, Dreipfuhl Housing Area (v.l.n.r.); Fotos: Wolfgang Bittner
Flughafen Tempelhof, RIAS-Funkhaus, Kino Columbia, Dreipfuhl Housing Area; Fotos: Wolfgang Bittner

Als die amerikanischen Truppen im Herbst 1994 nach fast 50 Jahren aus Berlin abzogen, hinterließen sie in Dahlem mit den Bauten der ehemaligen US-Military Community eine kleine, mehr oder weniger in sich geschlossene Stadt. Vor allem in unmittelbarer Nähe des Hauptquartiers der US-Militärregierung für Deutschland im ehemaligen Luftgaukommando an der Clayallee war im Laufe der Zeit eine eigenständige Infrastruktur für die durchschnittlich rund 6.000 Truppenangehörigen aufgebaut worden. In dem von den Berlinern als "Klein-Amerika" bezeichneten Bereich auf dem 1945 noch weitgehend unbebauten Waldgelände an der Westseite der Clayallee entstanden neben Wohnbauten auch Schulen, Kindergärten und Sportstätten sowie ein Einkaufszentrum, eine Bibliothek, eine Kirche und ein Kino. Hier spielte sich das soziale Leben der Berlin Brigade ab, es gab eigene Banken, Versicherungen, Snack-Bars und Clubs, ein eigenes Transport-, Telefon- und Postsystem sowie eigene Medien (Zeitung, Rundfunk- und TV-Sender). Südlich der Saargemünder Straße wurden die Offizierssiedlung am Dreipfuhlpark, der NCO-Club, das Dahlem Guest House und die Rundfunk- und Fernsehstudios des American Forces Network (AFN) neu gebaut; als Offizierskasino diente das Harnack-Haus der ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in der Ihnestraße. Die einstige Villa Stauss, Pacelliallee 14, wurde 1949 Sitz des amerikanischen Stadtkommandanten. In das Haus Föhrenweg 21, Teil des ehemaligen Gefechtsstandes der Wehrmacht, war zunächst der amerikanische Geheimdienst, seit 1957 eine Abteilung der US-Military Liaison Mission (USMLM) eingezogen. Im Zuge der politischen Ereignisse hatten sich die Amerikaner nach und nach auf einen längeren Aufenthalt ihrer Streitkräfte in Berlin eingestellt und ihren Lebensbereich ausgebaut.

Zwar waren auch in anderen Teilen des amerikanischen Sektors im Südwesten Berlins US-Einrichtungen untergebracht – Kasernen in Lichterfelde, die US-Airforce im Flughafen Tempelhof, einzelne Standorte in den Ortsteilen Zehlendorf, Wannsee und Nikolassee –, aber die meisten und die wichtigsten Gebäude befanden sich in Dahlem. Sie gehörten darüber hinaus zu den ersten Neubauten in Zehlendorf nach dem Zweiten Weltkrieg überhaupt.

Die Gebäude wurden in der Regel von deutschen Architekten, die im Dienst der US-Bauabteilung (Engineer Division) arbeiteten, und von Mitarbeitern der Berliner Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen entworfen. Finanziert wurden sie aus dem Bundeshaushalt, daher blieben sie nach dem Abzug der Truppen im Besitz des Bundes.