Denkmal  

 

Denkmale der Alliierten in Berlin - UdSSR

Verwaltung für Wirtschaft der SMAD

Ehem. St. Antonius-Krankenhaus

Ehem. St. Antonius-Krankenhaus; Foto: Wolfgang Bittner
Ehem. St. Antonius-Krankenhaus; Foto: Wolfgang Bittner

Köpenicker Allee 39/63, Neuwieder Straße 2/50, Arberstraße 3/43 in Lichtenberg, Ortsteil Karlshorst
Bauzeit/-geschichte: 1928-30 von Felix Angelo Pollak, Garten von Leo Stöveken


1945 wurde das St. Antonius-Krankenhaus, die heutige Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin, von den sowjetischen Streitkräften beschlagnahmt und dort die Verwaltung für Wirtschaft der SMAD eingerichtet. Zum Teil diente der Krankenhausbau auch als Gefängnis des Geheimdienstes.

Das St. Antonius Krankenhaus wurde 1928-30 auf Initiative der Breslauer Marienschwestern als eines der modernsten Krankenhäuser Deutschlands nach Plänen Felix Angelo Pollaks errichtet. Pollak, ein Architekt aus Wien, griff den im Krankenhausbau des ersten Viertels des 19. Jahrhunderts vorherrschenden Pavillon-Gedanken auf, verband die einzelnen Abteilungen jedoch zu einem weiß geputzten, schlichten Großbau. Der Architektur des Expressionismus verpflichtet gruppierte er höhere und niedrige Bauteile asymmetrisch in den mit zahlreichen Kiefern bepflanzten Garten. Es entstand der Eindruck einer Kurklinik, was der Genesung der Patienten dienlich sein sollte. Alle Zimmer waren nach Süden oder Osten ausgerichtet. Die durchweg flachen Dächer wurden als überdachte Liegehallen genutzt.

Das Krankenhaus wurde am 13. Juni 1930 anlässlich der Feier des Heiligen Antonius von Padua, dem Schutzpatron des Hauses, mit 300 Räumen, davon 76 Krankenzimmer mit 300 Betten, eröffnet. Alle klassischen Abteilungen wie Chirurgie, Inneres, Frauenheilkunde, Tuberkulose sowie vier Operationssäle waren vorhanden. Auf dem Gelände befanden sich außerdem eine Kapelle, ein Schwesternwohnheim, eine Wäscherei, eine Bäckerei, eine Fleischerei, ein Transformatorenwerk, ein Heizhaus und ein Wasserwerk.

Der Krankenhausbetrieb wurde bis Kriegsende fortgeführt. 1945 wurden die Gebäude beschlagnahmt und eine Dienststelle der Verwaltung für Wirtschaft der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) eingerichtet. Das Krankenhaus musste in das Gartenlokal und Vorstadthotel "Bellevue" ausquartiert werden.

Nachdem die Gebäude 1963 dem Berliner Magistrat zurückgegeben wurden, beherbergten sie bis 1990 das Ministerium für Landwirtschaft der DDR. Nach der Deutschen Wiedervereinigung zog 1991 die Katholische Hochschule für Sozialwesen ein.