Denkmal  

 

Denkmale der Alliierten in Berlin - Großbritannien

Smuts Barracks

Ehem. Train-Kaserne

  • Ehem. Train-Kaserne; Foto: Wolfgang Bittner
    Ehem. Train-Kaserne; Foto: Wolfgang Bittner
  • Ehem. Train-Kaserne; Foto: Wolfgang Bittner
    Ehem. Train-Kaserne; Foto: Wolfgang Bittner
  • Ehem. Train-Kaserne; Foto: Wolfgang Bittner
    Ehem. Train-Kaserne; Foto: Wolfgang Bittner

Wilhelmstraße 25-30 in Spandau, Ortsteil Wilhelmstadt
Bauzeit/-geschichte: 1885-86, 1888 Westflügel, 1915 Umbauten


Mit dem Bau der Zitadelle (1557-1584) wurde die Stadt Spandau Festungsstadt und im Dreißigjährigen Krieg auch Garnisonsstadt. Die industrielle Entwicklung zur Waffenschmiede Preußens begann 1722 mit dem Bau der ersten Gewehrmanufaktur. Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts kamen weitere Kriegsmaterialfabriken hinzu. In diesem Zusammenhang wurde auch die Garnison erweitert und ab 1766 für die Soldaten, die bis dahin in Privathäusern untergebracht waren, die ersten Kasernen errichtet. Nach der Reichsgründung 1871 und dem Erlass des Reichsfestungsgesetzes von 1873 wurde Spandau in die Reihe der Festungen aufgenommen, die weiter ausgebaut werden sollten. Zwischen 1877-79 wurde die Schülerbergkaserne errichtet. 1885-86 wurde ein weiterer Kasernenbau in der dünn besiedelten Wilhelmstadt im Süden Spandaus hinzugefügt. Die Kaserne war für das Brandenburgische Train-Bataillon Nr. 3 bestimmt.

Die Train-Kaserne wurde 1948 von den britischen Streitkräften besetzt und nach Feldmarschall Jan Christiaan Smuts "Smuts Barracks" benannt. Sie lag direkt neben dem Garnisonsgefängnis, das die Alliierten zum Kriegsverbrechergefängnis umwandelten. In ihm waren die vom Internationalen Militärgerichtshof im Nürnberger Prozess verurteilten Nazi-Verbrecher inhaftiert. Nach dem Tod des letzten Insassen Rudolf Hess wurde es 1987 abgerissen.

Einige Jahre nach der Stationierung der britischen Streitkräfte wurden zahlreiche historische Gebäude der Train-Kaserne abgebrochen und durch Neubauten ersetzt. Als letztes wurden 1985 die längs der Wilhelmstraße gelegenen Mannschaftshäuser abgebrochen. Der Komplex bildete ehemals eine architektonisch geschlossene Anlage mit reich gestalteter Bauverzierung. Alle Gebäude waren in roten Backsteinen aufgemauert. Ihre Sockelgeschosse waren bandartig durch glasierte Ziegel hervorgehoben, die Fenster sämtlich mit runden Bogen überspannt, die obersten Geschosse oft mit Zinnen und Konsolen, gelegentlich sogar mit Bildwerken und Säulen geschmückt. Die Eingänge waren risalitartig hervorgehoben und reichlich verziert. Selbst die Pferdeställe wiesen eine aufwendige Dekoration auf und waren mit Eckpylonen, Tabernakeln und Säulen geschmückt.

Erhalten und unter Denkmalschutz stehen heute die ehemalige Wache, das von den Briten als Education Center bezeichnete ehemalige Offiziers- und Verwaltungshaus an der Wilhelmstraße, die ehemalige Kantine, die von den Briten als Garagen benutzten ehemaligen Stallungen und die im ehemaligen Wohnhaus des Kommandanten untergebrachte Officers Mess. Der britische Kindergarten und mehrere Offizierswohnungen waren in einer ehemaligen Villa für Offiziere beheimatet.

1993 räumten die Britischen Streitkräfte die Smuts Barracks. Am 13. Mai 1994 fand mit der offiziellen Abschiedsparade die Verabschiedung der Garnison statt.