denkmal  

 

Denkmale in Berlin.

Neues Museum

OBJ-Dok-Nr.: 09030058 Zum Denkmalkartenausschnitt
  
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Straße: Bodestraße
Hausnummer: 4
Denkmalart: Baudenkmal
Denkmalname: Neues Museum
Sachbegriff: Museum

Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals
Datierung: Entwurf
num-Dat.: 1841
Datierung: Datierung
num-Dat.: 1841-1855
Datierung: Umbau
num-Dat.: nach 1885
Datierung: Umbau
num-Dat.: um 1920
Datierung: Umbau
num-Dat.: um 1960
Datierung: Umbau
num-Dat.: nach 1982
Objekt @ Künstler: Entwurf
Architekt/Künstler: Stüler, Friedrich August
ber. Funktion: Architekt
Objekt @ Künstler: Ausführung
Architekt/Künstler: Hoffmann, O. W.
Objekt @ Person: Bauherr
Name: Friedrich Wilhelm IV.
Topographietext: An das zweigeschossige Alte Museum schließt sich im Norden das rechtwinklig dazu ausgerichtete, dreigeschossige Gebäude des Neuen Museums, Bodestraße 4 an, das als erster Bau der Gesamtkonzeption Friedrich Wilhelms IV. nach Plänen von August Stüler 1843-46 ausgeführt wurde. Infolge der Verzögerungen durch die Ereignisse der Revolution von 1848 wurde das Museum erst 1856 eröffnet. Von den Bauten der Museumsinsel ist das Neue Museum durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges am stärksten betroffen worden. Es brannte teilweise aus, das Treppenhaus, der Nordwestflügel sowie die Südostecke wurden zerstört. Der Wiederaufbau des Museums ist vorgesehen.
Das Neue Museum ist - in der Grundrisskonzeption dem Alten Museum vergleichbar - als ein flach gedeckter, zwei Innenhöfe umschließender Kubus konzipiert, dessen Mittelteil vollständig vom Haupttreppenhaus eingenommen wird. Der im Stil der Schinkel-Schule vergleichsweise schlicht gehaltene, lang gestreckte Bau weist ein in Sandsteinquadern gehaltenes Sockelgeschoss und in feinem Quaderputz ausgeführte Obergeschosse auf. Er ist durch eine hohe Attika mit Eckaufsätzen, durch sparsam gerahmte und von Kinderstatuetten an den Mittelpfosten geschmückte Fenster sowie durch Gurtgesimse und Eckpilaster gegliedert. Der vom Treppenhaus eingenommene Querriegel wird auf beiden Längsseiten durch einen giebelgeschmückten Mittelrisalit hervorgehoben, der an der Ostseite durch Eckrisalite flankiert wird. Der figürliche Schmuck des Gebäudes blieb zum Teil erhalten oder konnte geborgen werden. Trotz zahlreicher dekorativer Details ist eine gestalterische Zurückhaltung des Gebäudes gegenüber dem benachbarten Schinkel-Bau unverkennbar. Mit diesem war er durch einen von Stüler entworfenen Verbindungsgang im Obergeschoss verbunden.
Zu Stülers Entwurfskonzept gehörte eine zum sparsamen Äußeren kontrastierende reiche Innenausstattung, von der ein Großteil im Krieg zerstört wurde. Prunkvolle Räume wie das zentrale Treppenhaus mit Marmortreppe und vergoldetem Treppengeländer, an dessen Ende sich eine Nachbildung der Korenhalle des Erechteion erhob, der offene Dachstuhl mit doppeltem Hängewerk und vergoldeten Tierfiguren oder die meisten der Sammlungsräume, die sich in ihrer dekorativen Gestaltung auf das Ausstellungsgut bezogen, sind weitgehend verloren. Im Gegensatz zum ehemals als ägyptischer Säulenhof gestalteten nördlichen Hof ist vom zweiten Innenhof, dem so genannten griechischen Hof, die ehemalige Ausstattung mit dem Monumentalfries über den Untergang von Pompeji von Hermann Schievelbein weitgehend erhalten. Eine technische Neuerung gegenüber der herkömmlichen, aus Holzbalken und Massivstützen bestehenden Deckenkonstruktion, wie sie noch beim Alten Museum Anwendung fand, war die Ausbildung flachgewölbter Decken unter Verwendung von Unterzugkonstruktionen, den so genannten Bogensehnenbindern aus gusseisernen Bögen und schmiedeeisernen Sehnenpaaren. Bemerkenswert ist, dass der Architekt die Anwendung der Eisenkonstruktionen nicht als Widerspruch zur klassischen Tektonik empfand, sondern die Konstruktion sichtbar ließ, allerdings in einer durch Zink- oder Messingverkleidung veredelten Form. (1) Im Niobidensaal hat sich die Eisenkonstruktion zusammen mit Wandgemälden der spätromantischen Berliner Malerschule gut erhalten. Hinzu kommen Räume mit Resten der ursprünglichen Raumfassung wie der römische Saal oder die Nordkuppel.
________________
(1) Lorenz 1995.
Lit-Kurzt.: Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983
Stelle: 116ff.
Lit-Kurzt.: BusB I/II 1877
Stelle: 151, 157ff.
Lit-Kurzt.: BusB II/III 1896
Stelle: 216ff,
Lit-Kurzt.: BusB V A 1983
Stelle: 1, 7f, 53
Lit-Kurzt.: Adler, Friedrich, Das Neue Museum in Berlin =
Zeitschrift für Bauwesen 3 (1853)
Stelle: 23ff, 571ff.
Lit-Kurzt.: Petras, Museumsinsel, 1987
Stelle: 53ff, 180ff.
Lit-Kurzt.: Schasler, Max, Das Neue Museum in Berlin und seine Kunstschätze, Berlin 1857
Stelle: 215
Lit-Kurzt.: Scherer, Valentin, Deutsche Museen, Jena 1913
Stelle: 170f.
Lit-Kurzt.: Stüler, August, Das Neue Museum in Berlin, Berlin 1862 Kunst im Dritten Reich 7 (1943)
Stelle: 73ff, 82
Lit-Kurzt.: Zeitschrift für praktische Baukunst 8 (1848)
Stelle: Sp.413ff, 542f.
Lit-Kurzt.: Zeitschrift für praktische Baukunst 11 (1851)
Stelle: Sp.161ff, 368ff.
Lit-Kurzt.: Zeitschrift für praktische Baukunst 13 (1853)
Stelle: Sp.282
Lit-Kurzt.: Topographie Mitte/Mitte, 2003
Stelle: 236 f.
Ausw-Stelle: LDA
Eintr-Datum: 1983.12.09
  
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Revisionsdatum Datenbank: 10.04.2014
 
 


 
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