denkmal  

 

Denkmale in Berlin.

Nationalgalerie & Kolonnaden

OBJ-Dok-Nr.: 09030057 Zum Denkmalkartenausschnitt
  
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Straße: Bodestraße
Hausnummer: 1 & 2 & 3
Denkmalart: Baudenkmal
Denkmalname: Nationalgalerie & Kolonnaden
Sachbegriff: Museum & Reiterstandbild & Kolonnade

Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals
Datierung: Entwurf
num-Dat.: 1862
Datierung: Datierung
num-Dat.: 1866-1876
Datierung: Entwurf
num-Dat.: 1886
Datierung: Umbau
num-Dat.: 1911
Datierung: Umbau
num-Dat.: um 1935
Datierung: Umbau
num-Dat.: um 1950
Objekt @ Künstler: Entwurf
Architekt/Künstler: Stüler, Friedrich August
ber. Funktion: Architekt
Objekt @ Künstler: Entwurf & Ausführung
Architekt/Künstler: Strack d. Ä., Johann Heinrich
ber. Funktion: Architekt
Objekt @ Künstler: Entwurf
Architekt/Künstler: Calandrelli, Alexander
ber. Funktion: Bildhauer
Objekt @ Person: Bauherr
Name: Friedrich Wilhelm IV.
Topographietext: Östlich vom Neuen Museum erhebt sich der tempelartige Bau der Nationalgalerie, Bodestraße 3, der durch seine beherrschende Gestalt und die von einer Kolonnade gesäumte Freifläche unter den Gebäuden der Museumsinsel eine städtebauliche Sonderstellung einnimmt. Bemerkenswert sind die großzügige Raum- und Flächendisposition der Gesamtanlage und die sich über die Treppenanlage und das Reiterdenkmal bis in den Oberbau staffelnde Höhenentwicklung. Der Bau, der vollständig mit Nebraer Sandstein verkleidet ist, besteht aus einem gequaderten, blockartigen Sockel mit eingeschnittenen, hochrechteckigen Fenstern, auf den eine Art Antentempel in Form eines korinthischen Pseudodipteros mit vorgelagerter offener Säulenhalle gesetzt ist. Die Giebelfront trägt die Inschrift "Der deutschen Kunst MDCCCLXXI". In die zwischen die Säulen gerückten Außenwände sind große, hochrechteckige Fenster eingefügt, die Rückseite ist als halbrunde Konche ausgebildet. Dem Sockel ist eine zweiarmige, fünfläufige Freitreppe vorgelagert, die zur Säulenhalle mit vollplastischen korinthischen Säulen hinaufführt. Auf dem mittleren Zwischenpodest steht auf hohem Sockel das Reiterstandbild Friedrich Wilhelms IV.
Die Nationalgalerie wurde 1866-76 von Heinrich Strack, dem Nachfolger August Stülers, als Museum für altdeutsche und deutsche Gegenwartskunst errichtet, nachdem August Stüler kurz vor seinem Tode seinen ursprünglichen Entwurf noch umgearbeitet hatte. Der konkrete Anlass für den Museumsbau war das Vermächtnis von Konsul Joachim Heinrich Wilhelm Wagner, der dem preußischen Staat 1859 eine Sammlung von 262 zeitgenössischen Gemälden übereignet hatte, die nach seinem Tod 1861 - ergänzt durch die Kartons von Peter Cornelius - den Grundstock des zu errichtenden Museums für die nationale Kunst bilden sollte.
Entsprechend dem nationalen Anspruch ist das Gebäude mit einem umfangreichen Bildprogramm geschmückt. Die unteren Freitreppengeländer werden durch zwei von Moritz Schulz geschaffene Figurengruppen gebildet, die den Kunstunterricht symbolisieren. Die Geländersockel der Zwischenpodeste tragen Schalen, in denen zu festlichen Anlässen Feuer brannten. Oben enden die Geländer in einer Darstellung der "Kunsttechnik" von Karl Moser und des "Kunstgedankens" von Calandrelli. Das Relief im Giebel stellt "Germania als Beschützerin der bildenden Künste" nach Entwurf von Moritz Schulz dar. Die Giebelspitze wird durch drei Frauenfiguren von Rudolf Schweinitz gekrönt, die Baukunst, Bildhauerei und Malerei personifizieren. Über den Fenstern der Längsseiten sind 36 Namen von deutschen Künstlern in vergoldeter Schrift angebracht. An der Rückwand der Säulenhalle befindet sich ein Fries mit einem Zug deutscher Künstler aus der Zeit Karls des Großen bis zur Reformation (linke Seite) und von Schlüter bis Kaulbach (rechte Seite). Das Bildprogramm wird durch das Reiterstandbild Friedrich Wilhelms IV. auf dem Zwischenpodest der Freitreppe abgeschlossen, das auf der Grundlage eines Entwurfs von Gustav Bläser nach einem Modell von Alexander Calandrelli 1886 aufgestellt wurde.
Im Grundriss des zweiten Ausstellungsgeschosses ist noch deutlich erkennbar, dass der Bau ursprünglich die Funktion eines Festsaals erhalten sollte: Ihm sind drei achsial angeordnete rechteckige, unterschiedlich große Säle eingeschrieben, die bis 1935 über zwei Geschosse reichten und Oberlicht erhielten. Sie werden von schmalen Seitenkabinetten umschlossen, die durch Außenfenster belichtet werden. Das Erdgeschoss dagegen ist heute in eine symmetrisch angeordnete Folge etwa gleich großer Ausstellungsräume unterteilt. In dieser Aufteilung ist noch die ursprüngliche Raumkonstruktion enthalten, die aus zwei gewölbten Säulenhallen für Skulpturensammlung und Gemäldegalerie bestand. Ausstellungstechnische Gründe führten 1911-13 zum Umbau mit der heutigen Unterteilung. Man betritt das Gebäude durch ein Vestibül mit breitem Treppenaufgang, das sich zu den angrenzenden Räumen mit von tuskischen Säulen getragenen Rundbogenstellungen öffnet. Seine reiche Ausstattung wurde nach Kriegsschäden vereinfacht wieder hergestellt. Dem Vestibül schließt sich im ersten Ausstellungsgeschoss eine Quergalerie an, deren Marmorsäulen und Stuckmarmorwände mit Wachsmalereien der Nibelungensage von Ernst Ewald noch erhalten sind. Das Treppenhaus wird auf halber Höhe unterteilt durch einen Figurenfries von Karl Geyer mit der Darstellung der deutschen Kulturgeschichte von der Schlacht im Teutoburger Wald bis zur Kaiserkrönung 1871. Von den Oberlichtsälen im Obergeschoss befindet sich nach der umfassenden Instandsetzung des Hauses 1996 bis 2001 (Architekt H. G. Merz) der Kuppelsaal weitgehend in seiner restaurierten Originalfassung. In der oberen Hälfte der beiden ehemaligen Corneliussäle, die bereits 1935 durch abgehängte Lichtdecken unterteilt worden waren, sind nun zwei neue Ausstellungsräume für die Werke von Caspar David Friedrich und Karl Friedrich Schinkel entstanden.
Lit-Kurzt.: Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983
Stelle: S.118-121.
Lit-Kurzt.: BusB V A 1983
Stelle: S.18, 53f.
Lit-Kurzt.: BusB I/II 1877
Stelle: S.151, 157ff.
Lit-Kurzt.: BusB II/III 1896
Stelle: S.221ff,
Lit-Kurzt.: Petras, Museumsinsel, 1987
Stelle: S.77ff, 127ff, 180ff.
Lit-Kurzt.: Justi, Ludwig/ Der Ausbau der Nationalgalerie, Berlin 1913 Justi, Ludwig/ Der Umbau der Nationalgalerie, Berlin 1914 Deutsche Kunstdenkmäler - Mark Brandenburg und Berlin, München/Berlin 1971
Stelle: S.410
Lit-Kurzt.: Bauwelt 4 (1913) 3
Stelle: S.21.
Lit-Kurzt.: Bauwelt 5 (1914) 42
Stelle: S.9ff.
Lit-Kurzt.: Deutsche Bauzeitung 10 (1876)
Stelle: S.183f, 193ff,
Lit-Kurzt.: Deutsche Bauzeitung 45 (1911)
Stelle: S.74f.
Lit-Kurzt.: Deutsche Kunst 73 (1935/36)
Stelle: S.351f.
Lit-Kurzt.: Die Christliche Kunst 16 (1919/20)
Stelle: Beilage S.24f.
Lit-Kurzt.: Kunst und Künstler 32 (1933)
Stelle: S.70ff.
Lit-Kurzt.: Wochenschrift des Architekten-Vereins Berlin (1967)
Stelle: S.35f, 103.
Lit-Kurzt.: Zeitschrift für praktische Baukunst (1871)
Stelle: Sp.92f.
Lit-Kurzt.: Zeitschrift für praktische Baukunst (1873)
Stelle: Sp.91f.
Lit-Kurzt.: Zeitschrift für Bauwesen 19 (1869)
Stelle: Sp.265ff, 413ff, Bl.51
Lit-Kurzt.: Zeitschrift für Bauwesen 20 (1870)
Stelle: Sp.217f.
Lit-Kurzt.: Zeitschrift für Bauwesen 21 (1871)
Stelle: Sp.243ff.
Lit-Kurzt.: Zeitschrift für Bauwesen 26 (1876)
Stelle: Sp.77f.
Lit-Kurzt.: Topographie Mitte/Mitte, 2003
Stelle: 238-240
Ausw-Stelle: LDA
Eintr-Datum: 1983.12.09
  
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Revisionsdatum Datenbank: 10.04.2014
 
 


 
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