denkmal  

 

Denkmale in Berlin.

Bodemuseum & Vorplatz

OBJ-Dok-Nr.: 09030055 Zum Denkmalkartenausschnitt
  
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Straße: Bodestraße
Hausnummer: 1 & 2 & 3
Straße: Monbijoustraße & Am Kupfergraben
Denkmalart: Baudenkmal
Denkmalname: Bodemuseum & Vorplatz
Sachbegriff: Museum

Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals
Datierung: Entwurf
num-Dat.: 1882
Datierung: Datierung
num-Dat.: 1898-1904
Datierung: Umbau
num-Dat.: um 1950
Datierung: Umbau
num-Dat.: 1993
Objekt @ Künstler: Entwurf
Architekt/Künstler: Ihne, Ernst Eberhard von
ber. Funktion: Architekt
Objekt @ Künstler: Ausführung
Architekt/Künstler: Hasak, Max
Objekt @ Person: Bauherr
Name: Wilhelm II.
ber. Funktion: Kaiser
Topographietext: Eine ähnlich markante städtebauliche Stellung wie die Nationalgalerie besitzt das auf der nordwestlichen Inselspitze errichtete neobarocke Bodemuseum, Am Kupfergraben - das ehemalige Kaiser-Friedrich-Museum -, das mit seinem halbrunden, überkuppelten Eingangsbau am Zusammenfluss der beiden Spreearme einen Point de vue im Stadtgefüge bildet. Der das ganze Restgrundstück in Form eines ungleichseitigen Dreiecks zwischen Bahntrasse und Inselspitze einnehmende Bau vermittelt durch geschickte Einteilung den Eindruck eines auf den Eingangsbau hin ausgerichteten, völlig symmetrischen und gleichschenkligen Gebäudes. Das Museum wurde 1897-1904 durch den Hofarchitekten Ernst von Ihne auf Initiative Wilhelm von Bodes für die von diesem aufgebaute Sammlung von Gemälden und Skulpturen aus christlicher Zeit errichtet. Bode hatte sich über Jahre intensiv für den Bau eines "Renaissancemuseums" engagiert, das bereits in den 1880er Jahren vom Kronprinzen und späteren Kaiser Friedrich III. gefördert wurde.
Der in Formen des Wilhelminischen Barocks gehaltene, mit Sandstein verkleidete Museumsbau steigt mit zwei von korinthischen Pilastern zusammengefassten und mit einer Balustrade bekrönten Geschossen sowie einem niedrigen, durchfensterten Quadersockel unmittelbar aus dem Fluss empor. Die rundbogigen Erdgeschossfenster tragen Schlusssteinmasken, während die quadratischen Obergeschossfenster einfach gerahmt sind. Die Längsseiten gliedern zwei übergiebelte Seitenrisalite mit gedoppelten korinthischen Dreiviertelsäulen, die im Bereich der Inselspitze den Übergang zur Rundform der mit gleichen Säulen geschmückten und mit offenen Rundbögen versehenen Eingangsfront bilden. Deren Attika wird durch sechs Skulpturen von August Vogel und Wilhelm Widemann geschmückt, die Personifikationen der Künste darstellen. Die den Eckbau bekrönende, zurückgesetzte Kuppel markiert das aufwändige Treppenhaus. Das ovale, reich gestaltete Haupttreppenhaus mit großem Oberlicht ist mit zwei seitlichen Apsiden versehen, in die sich die beiden schwungvollen Treppenläufe schmiegen. Im Zentrum ist eine Nachbildung des Reiterstandbilds des Großen Kurfürsten von Andreas Schlüter auf dem Originalsockel der Langen Brücke aufgestellt. Am Ende des Mittelflügels findet sich ein kleineres, kreisrundes Treppenhaus, in dessen Rundbogennischen sechs Statuen preußischer Feldherren stehen, die sich ursprünglich auf dem Wilhelmplatz befanden. (1) Zwischen den beiden Treppenhäusern liegt der Hauptraum des Museums, die über zwei Geschosse reichende so genannte Basilika, die der Kirche San Salvatore al Monte in Florenz nachgebildet worden ist und die mit den ausgestellten Kunstwerken den Eindruck eines echten Kirchenraums der Renaissance erwecken sollte. Diese Räume verweisen auf das museumspädagogische Grundkonzept von Wilhelm von Bode, der die Kunstwerke nicht isoliert als Einzelstücke, sondern zusammen mit verwandten Skulpturen und Werken der Malerei sowie mit zeitgenössischen Ausstattungsstücken präsentieren wollte. Stimmungsräume sollten einen Gesamteindruck der entsprechenden Epochen vermitteln. Nach einer Grundinstandsetzung und Anpassung des Bauwerkes wird das Bodemuseum die Skulpturengalerie der Staatlichen Museen zu Berlin aufnehmen. Ein neues Erschließungsbauwerk (Architekt Heinz Tesar) im südwestlichen Hof verbindet alle Geschosse miteinander.
________________
(1) Die Generäle Winterfeldt und Schwerin von François Gaspard Adam, die Generäle Keith und Seydlitz von Jean Antoine Tassaert sowie General Zieten und Fürst Leopold von Anhalt-Dessau nach Originalen von Gottfried Schadow.
Lit-Kurzt.: Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983
Stelle: 122ff.
Lit-Kurzt.: BusB V A 1983
Stelle: 1, 21ff, 55f.
Lit-Kurzt.: Petras, Museumsinsel, 1987
Stelle: 101ff, 180ff.
Lit-Kurzt.: Bode, Wilhelm von, Mein Leben, Bd. 2, Berlin 1930
Stelle: 112, 115, 159ff.
Lit-Kurzt.: Clemen, Paul/ Das Kaiser-Friedrich-Museum zu Berlin, Leipzig 1904 Geffroy, Gustav, Berlin - Kaiser-Friedrich-Museum, Paris 1910 Scherer, Valentin, Deutsche Museen, Jena 1913
Stelle: 248ff.
Lit-Kurzt.: Berliner Architekturwelt 8 (1905/06)
Stelle: 16f.
Lit-Kurzt.: Berliner Architekturwelt 21 (1918/19)
Stelle: 16f.
Lit-Kurzt.: Deutsche Bauzeitung 41 (1907)
Stelle: 117f, 129f, 133, 185ff
Lit-Kurzt.: Schweizerische Bauzeitung (1904)
Stelle: 167
Lit-Kurzt.: Architektonische Rundschau 21 (1905)
Stelle: 17, 22f, 36f.
Lit-Kurzt.: Die Kunst-Halle (1904/05)
Stelle: 33ff.
Lit-Kurzt.: Deutsche Rundschau (1905)
Stelle: 16-44
Lit-Kurzt.: Zeitschrift für bildende Kunst (1905)
Stelle: 25-84
Lit-Kurzt.: Zeitschrift für bildende Kunst (1930/31)
Stelle: 115-118
Lit-Kurzt.: Zeitschrift des Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereins (1907)
Stelle: 746
Lit-Kurzt.: Zentralblatt der Bauverwaltung 24 (1904)
Stelle: 529ff.
Lit-Kurzt.: Topographie Mitte/Mitte, 2003
Stelle: 241 f.
Ausw-Stelle: LDA
Eintr-Datum: 1983.12.09
  
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Revisionsdatum Datenbank: 10.04.2014
 
 


 
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