denkmal  

 

Denkmale in Berlin.

Altes Stadthaus

OBJ-Dok-Nr.: 09011265 Zum Denkmalkartenausschnitt
  
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Straße: Jüdenstraße
Hausnummer: 34 & 35 & 36 & 37 & 38 & 39 & 40 & 41 & 42
Straße: Klosterstraße
Hausnummer: 47
Straße: Stralauer Straße
Hausnummer: 15 & 16 & 17 & 18 & 19 & 20 & 21 & 22
Straße: Parochialstraße
Hausnummer: 2
Denkmalart: Baudenkmal
Denkmalname: Altes Stadthaus
Sachbegriff: Verwaltungsgebäude & Stadthaus

Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals Abbildung des Denkmals
Datierung: Entwurf
num-Dat.: 1900
Datierung: Datierung
num-Dat.: 1902-1911
Datierung: Umbau
num-Dat.: 1960-1961 & um 1975 & seit 1994
Objekt @ Künstler: Entwurf
Architekt/Künstler: Hoffmann, Ludwig Ernst Emil
ber. Funktion: Architekt
Objekt @ Künstler: Entwurf & Ausführung
Architekt/Künstler: Wrba, Georg
ber. Funktion: Bildhauer
Objekt @ Künstler: Entwurf & Ausführung
Architekt/Künstler: Taschner, Ignatius
ber. Funktion: Bildhauer
Objekt @ Sozietät: Bauherr
Name: Stadt Berlin
Topographietext: Nach langen Diskussionen um den Standort errichtete Stadtbaurat Ludwig Hoffmann in den Jahren 1902-1911 ein zweites Stadthaus südöstlich vom Roten Rathaus jenseits des Molkenmarktes. Dieses seit Ende des Zweiten Weltkriegs so genannte Alte Stadthaus, Jüdenstraße 34-42, war Ausdruck der wachsenden Bedeutung des Berliner Magistrats in der expandierenden Reichshauptstadt. (1) Das Gebäude enthielt Büroräume für eintausend Beamte und eine repräsentative Festhalle, es war modernes Verwaltungsgebäude im Inneren und wilhelminischer Repräsentationsbau nach außen.
Der mächtige Baukörper, dessen vierflügelige Anlage mit Mitteltrakten dem ursprünglichen Straßenkarree folgt, ist an allen vier Fassaden gleichmäßig durch einen hohen Rustikasockel und eine Kolossalordnung mit Pilastern und Säulen toskanischer Ordnung sowie durch Seiten- und Mittelrisalite gegliedert. Über dem Dreiecksgiebel der Hauptfront an der Jüdenstraße erhebt sich auf einem kubischen Unterbau ein kuppelbekrönter Rundturm, der durch zwei Säulenkränze betont ist und in seiner Form auf die Türme am Gendarmenmarkt Bezug nimmt. Das ehemals mit 21 Turmskulpturen und 8 Kolossalvasen am Fuß der Turmkuppel reichhaltige Bildprogramm wurde 1976-77 in Freidepots eingelagert und ist nur noch in wenigen Figuren erhalten. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten werden an ihrer Stelle Nachbildungen zur Aufstellung kommen. (2) Das hohe Mansarddach des Stadthauses, das beim Umbau 1960-61 zum Haus des Ministerrates der DDR durch ein Attikageschoss mit Walmdach ersetzt worden war, ist 1998-99 im westlichen Segment zur Jüdenstraße in der ursprünglichen Gestalt rekonstruiert worden.
Das Stadthaus war ursprünglich vollständig eingebaut und nur von schmalen Straßen umgeben. Deshalb gestaltete Hoffmann den Bau, mit Ausnahme des Turms, nicht auf Fernsicht, sondern auf Nahsicht, indem er auf eine klarere Stockwerksteilung, einen Sockel und ein erheblich größeres Portal für den Haupteingang in der Jüdenstraße verzichtete. Er leitete damit den Blick des Passanten zu der von einem ausladenden Hauptgesims abgeschlossenen Fassade hinauf, deren Rustika und Monumentalordnung durch eine vielfältige, in sich geschickt gruppierte und gestaffelte Detaillierung auf ein menschliches Maß gebracht ist. Die durch den trapezförmigen Grundriss vorgegebenen Schrägen und die in den Verlauf von Klosterstraße und Jüdenstraße gestellten Eckvorsprünge und Mittelrisalite sorgen für interessante Überschneidungen und eine lebendige Wirkung der Fassaden an den Hauptseiten. Hauptfassade und Turm konnten zusammen nur von der Seite und in perspektivischer Verkürzung entlang der Jüdenstraße gesehen werden. Der Repräsentationsraum im Erdgeschoss des Mitteltraktes, die tonnengewölbte Große Festhalle (Bärensaal), die Platz für 1500 Personen bietet und in dezenten Jugendstilformen geschmückt ist, wurde bis 1999 wieder hergestellt. Das künstlerisch durchgearbeitete Alte Stadthaus gehört zu den wichtigsten Werken des Stadtbaurates Ludwig Hoffmanns.
________________
1) Vgl. Hansen 1996, S. 75-101; Hoffmann 1902-1912, Bd. 10; Schäche 2000.
2) Festschrift zur Wiedereröffnung des Bärensaals im Alten Stadthaus Berlin am 21. Juni 1999, S. 21-22.
Lit-Kurzt.: Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983
Stelle: 64ff.
Lit-Kurzt.: BusB III 1966
Stelle: 1ff., 47f. (noch weitere Lit.)
Lit-Kurzt.: Hoffmann, L., Neubauten der Stadt Berlin, Bd. 10, 1911 Ludwig Hoffmann, 1983
Stelle: 150f, 209ff.
Lit-Kurzt.: Schäche, Architektur, 1991
Stelle: 170ff.
Lit-Kurzt.: Zentralblatt der Bauverwaltung 31 (1911)
Stelle: 558ff.
Lit-Kurzt.: Zeitschrift für Bauwesen 62 (1912)
Stelle: 1ff., 351ff.
Lit-Kurzt.: Deutsche Bauzeitung 45 (1911)
Stelle: 681ff, 696f, 725ff, 737ff, 741ff, 749ff, 793, 799, 845f,848f
Lit-Kurzt.: Bauwelt 2 (1911) 107
Stelle: 48
Lit-Kurzt.: Bauwelt 2 (1911) 114
Stelle: 33ff.
Lit-Kurzt.: Der Profanbau 10 (1914) 20
Stelle: 505ff.
Lit-Kurzt.: Der Profanbau 10 (1914) 24
Stelle: 553ff.
Lit-Kurzt.: Berliner Architekturwelt 4 (1902)
Stelle: 97, 101
Lit-Kurzt.: Berliner Architekturwelt 14 (1912)
Stelle: 337ff.
Lit-Kurzt.: Berliner Architekturwelt Sonderheft 14 (1914)
Stelle: VIIff.
Lit-Kurzt.: Baumeister 10 (1912) 4
Stelle: 1, 4f., 38-43, 48
Lit-Kurzt.: Baumeister 10 (1912) 4
Stelle: Beilage S. B 67f.
Lit-Kurzt.: Architektonische Rundschau 28 (1912) Architektonische Rundschau 28 (1912) 3
Stelle: S. VI
Lit-Kurzt.: Architektonische Rundschau 28 (1912) 10
Stelle: S. IX
Lit-Kurzt.: Neudeutsche Bauzeitung 7 (1911)
Stelle: 711ff, 715ff, 727ff, 731ff.
Lit-Kurzt.: Baugewerks-Zeitung 44 (1912)
Stelle: 459f.
Lit-Kurzt.: Waetzoldt, Bibliographie zur Architektur im 19. Jhdt., 1977
Stelle: noch weitere Lit.
Lit-Kurzt.: Topographie Mitte/Mitte, 2003
Stelle: 203 f.
Lit-Kurzt.: Hansen, Antje/ Ludwig Hoffmanns Stadthaus in Berlin =
Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 1996, Berlin 1996
Stelle: 75-101
Ausw-Stelle: LDA
Eintr-Datum: 1986.09.12
  
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Revisionsdatum Datenbank: 10.04.2014
 
 


 
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