denkmal  

 

Denkmale in Berlin.

Friedhof der Elisabeth-Gemeinde

OBJ-Dok-Nr.: 09010182 Zum Denkmalkartenausschnitt
  
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Straße: Ackerstraße
Hausnummer: 37
Denkmalart: Gartendenkmal
Denkmalname: Friedhof der Elisabeth-Gemeinde
Sachbegriff: Friedhof & Einfriedungsmauer & Grabstätte & Resten der Grenzmauer

Abbildung des Denkmals
Datierung: Datierung
num-Dat.: 1843
Topographietext: Der im Januar 1844 eingeweihte Friedhof der St. Elisabeth-Kirchengemeinde (Abb. Liste Nr.) hat seinen Eingang an der Ackerstraße 37. (1) Die Anlage wird straßenseitig von einer Backsteinmauer, deren Pfeiler und aufgesetzte Eisengitter nur teilweise erhalten sind, eingefriedet.
Das Areal des Friedhofs veränderte sich seit 1843 mehrfach in nordwestlicher Richtung. (2) Bereits zu diesem Zeitpunkt wurden 100 Linden in den Alleen angepflanzt und ein Brunnen angelegt. 1846 ließ die Gemeinde ein Totengräberhaus nach Plänen des Bauinspektors Johann Nietz in Eingangsnähe errichten. (3) Das später der Friedhofsverwaltung dienende schlichte Backsteingebäude wurde 1994-95 erweitert. Der Eingang an der Ackerstraße wird von einer dreiteiligen Toranlage aus Pfeilern und kunstvoll geschmiedeten eisernen Gittern gebildet. Grundlage des geometrischen Wegesystems sind zwei sich kreuzende Hauptwege, die noch von zahlreichen Linden aus der Entstehungszeit des Friedhofs eingefasst werden. Das am Eingang Ackerstraße in der Hauptachse aufgestellte große Kreuz aus der Königlichen Eisengießerei wurde 1851 vom zweiten Patron der Gemeinde, Friedrich Wilhelm IV. gestiftet und fungiert als Point de vue. Am Ende des Hauptweges bildet das monumentale historistische Wandgrabmal der Familie Wollank einen Blickpunkt vor der teilweise mit Naturstein verkleideten und mit Efeu bewachsenen Nordostwand. Die anderthalbgeschossige Grabmalarchitektur in Formen der italianisierenden Neurenaissance entstand 1848-50 im Auftrag des Tuch- und Seidenfabrikanten Gottlieb Friedrich Wollank (1771-1851), sie wurde jedoch 1873-74 neu aufgeführt und erweitert. (4) Das Erbbegräbnis aus Sandstein zeigt eine rückwärtige Grabmalwand mit zwei von Pilastern gerahmten Ädikulen, deren Figuren einer Betenden nicht voll erhalten sind. Die Grabmalrückwand und die kürzeren zweiachsigen Seitenflügel gliedern Scheinpilaster und Gesimse. Ein schmiedeeisernes Gitter zwischen Sandsteinpfeilern fasst die wieder hergestellte Grabanlage entlang des Weges ein. Etwa in der Friedhofsmitte befindet sich die 1884 errichtete neogotische Backsteinkapelle, (5 in deren Umgebung zahlreiche gut erhaltene Gittergrabstellen gelegen sind. Zu den wohl ältesten Grabstätten gehört das mit einem Schmuckgitter eingefasste Erbbegräbnis Eggert südlich der Kapelle. Das gusseiserne Grabkreuz für Paul Ludwig Eggert (1796-1857) bildet mit gotisierenden Maßwerkformen und reich verzierten Kreuzenden einen Blickpunkt. Der überlieferte historische Kernbereich des Friedhofs zwischen Hauptwegekreuz und Querweg südlich der Kapelle ist durch eine kleinteilige Gliederung sowie einen dichten Gehölzbestand der Alleen, Streubäume, auch friedhofstypischer Gehölze wie Trauereschen sowie Hecken und Sträucher gekennzeichnet. Der südliche Friedhofsteil mit überwiegend jüngeren Grabmalen erscheint offener. Hier bildet das Grabmal für den Musikpädagogen und Förderer des Volksgesangs Ludwig Erk (1807-1883), eine hohe Granitstele mit bekrönender neoklassizistischer Schmuckurne, marmornem Bildnismedaillon Erks einen interessanten Blickpunkt.
An der Nordwestmauer befindet sich das Erbbegräbnis der Familie Carl Schmidt mit einer um 1912 errichtete neuklassizistische dorische Tempelfront von fünf Achsen und dreiachsigen Seitenflügeln.
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1) Angaben zur Entwicklungsgeschichte des Friedhofes, vgl. Chronik der St. Elisabeth-Kirchengemeinde S. 31-35, Standort: Pfarramt der Evangelischen Kirchengemeinde Sophien, sowie Bethke 1935, S. 24ff.
2) Von zunächst nur 4 Morgen in Nähe des Eingangs Ackerstraße auf 14 Morgen um die Jahrhundertmitte erweitert, erstreckte sich der Friedhof Ende der 1860er Jahre bis um 1890 bis an die Grundstücke der Häuserzeile an der Bernauer Straße. Für den Bau der Versöhnungskirche ab 1892 wurde sein Areal wieder verkleinert.
3) Chronik der St. Elisabeth-Kirchengemeinde S. 34-46, vgl. Anm. 1; Johann Nietz (um 1800 bis nach 1866), Architekt, seit 1843 Bauinspektor der Ober-Bau-Deputation, seit 1844 in der Ministerial-Bau-Commission, 1851 Baurat, 1853 Regierungs- und Baurat; befreundet mit Friedrich August Stüler.
4) Kurzfassung der Familienchronik der Wollankschen Familienstiftung, hg. Herr von Wollank, Berlin 1998.
5) Busb X, Bd. A (3), S.121.
Lit-Kurzt.: Topographie Mitte/Mitte, 2003
Stelle: 564-566
  
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Revisionsdatum Datenbank: 10.04.2014
 
 


 
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