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Kulturforum



Ein der Kunst geweihter Bereich am Südrand des Tiergartens mit auffälligen Solitärbauten, die sich zur städtischen Landschaft formieren - das war die Idee Hans Scharouns für das Kulturforum. Sie basierte auf zwei Prinzipien der Moderne: der Trennung von Wohnen, Arbeiten und öffentlichen Nutzungen einerseits und dem Idealbild der fließenden, unregelmäßigen Stadtlandschaft als Gegenmodell zur klassischen europäischen Stadt.

Scharoun hatte den stadtplanerischen Entwurf bereits in zwei Planungen umrissen, bevor er ihn 1963 gemeinsam mit dem Landschaftsplaner Hermann Mattern konkretisierte - als Teilaufgabe im Wettbewerb für den Neubau der Staatsbibliothek. 1946 hatte Scharoun als erster Stadtrat und Leiter der Abteilung Bau- und Wohnungswesen einen Wiederaufbauplan für Berlin entwickelt, der aufgrund seines radikalen und utopischen Charakters heftige Kontroversen auslöste. 1957/58 baute er seine Ideen im Wettbewerb Hauptstadt Berlin weiter aus.

Die Ruinen des Tiergartenviertels waren zu dieser Zeit weitgehend abgeräumt, einzig die Matthäuskirche baute man von 1956 bis 1960 wieder auf.

1961 machte der Mauerbau Scharouns Idee eines "Geistigen Bandes der Kultur", das vom Kulturforum bis zur Museumsinsel reichen sollte, einen Strich durch die Rechnung. Auf dem Kulturforum entstanden derweil die ersten Bauten: 1963 wurde die Philharmonie eröffnet, 1968 die Neue Nationalgalerie.

Mit dem Neubau des Kunstgewerbemuseums (eröffnet 1985) begann sich das Scheitern des Scharoun'schen Planes abzuzeichnen: Die Solitärbauten reüssierten, doch sie verbanden sich kaum zu einem erfahrbaren Stadtraum. Die Notwendigkeit eines Neuansatzes wurde vollends klar, als die Mauer fiel und die Neubauten am Potsdamer Platz das städtische Umfeld des Kulturforums grundlegend veränderten.

1996 beschäftigte sich im Rahmen des Planwerks Innenstadt eine gesonderte Werkstatt mit dem Kulturforum. An deren Ergebnissen orientierte sich ein landschaftsplanerischer Wettbewerb zur Neugestaltung, den die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 1997 auslobte. Den ersten Preis erhielt der Entwurf von Christoph und Donata Valentien. Anstelle des nie realisierten Gästehauses von Hans Scharoun setzten sie einen baumbestandenen städtischen Platz ins Zentrum des Forums.

Im April 2004 hat der Senat die Neuplanung des Kulturforums auf der Basis des weiterentwickelten Planwerks Innenstadt beschlossen, das mittlerweile als verbindliche Rahmenplanung für die Innenstadt verabschiedet worden war.

Die zerklüfteten Flanken der Solitärbauten werden behutsam durch Neubauten ergänzt, in denen bisher fehlende Einrichtungen wie Gastronomie, Museumsshops und Kulturinformation untergebracht werden. An Stelle der schräg gestellten Piazzetta Rolf Gutbrods soll eine ebenerdige Piazza klassischer Prägung entstehen: mit Kolonnadenhallen an den Seiten und einem Campanile als weithin sichtbarem Wahrzeichen.

Vor der Matthäikirche soll ein Platz entstehen, der vage an den Matthäikirchplatz der Vorkriegszeit erinnert. An die Stelle des von Scharoun geplanten Gästehauses tritt eine blockartige Bebauung aus vier Häusern. Zwei Torhäuser an der Potsdamer Straße sollen das Kulturforum baulich mit dem Sony Center und dem DaimlerChrysler-Areal verknüpfen.

Weitere Informationen:

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Jahreszahl Kulturforum
 





Abbildungen:
Landesarchiv Berlin / Waldemar Titzenthaler
Landesarchiv Berlin / Johanna Willa
Landesarchiv Berlin / Ludwig Ehlers
Landesarchiv Berlin / Ingeborg Lommatzsch
Landesarchiv Berlin / Thomas Platow
Reiner Elsen
Andreas Muhs
Fürcho

 
 
 


 
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