Rundgang Museen
Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
Als Beitrag der USA zur Interbau entstand 1957 die Kongresshalle im Tiergarten. Entworfen hat sie Hugh A. Stubbins, nach dem Krieg Assistent Walter Gropius in Harvard, mit Werner Düttmann und Franz Mocken. Als Bauherr fungierte die eigens gegründete und 1968 wieder aufgelöste Benjamin-Franklin-Stiftung.
Stubbins sah in dem kühn geschwungenen Dach, das nur auf zwei Punkten ruhen sollte, ein gebautes Manifest für die Freiheit des Gedankens. Dem Haus trug sie den Spottnamen "Schwangere Auster" ein.
Die weitaus meisten Räume des Baus liegen im unscheinbaren Basisgebäude: eine Ausstellungshalle, ein Restaurant, Cafés und Konferenzsäle. Über diesem zweigeschossigen Sockel thront das Auditorium, das einer Skulptur ähnlich auf die Dachterrasse gestellt ist. Der Haupteingang samt Vorfahrt liegt unter der weiten Freitreppe, die zu dieser Dachterrasse führt.
Der Standort in Sichtweite des Reichstags, an der Stelle, wo vor dem Krieg der Platz In den Zelten lag, war bewusst gewählt: als Zeichen des Wiederaufbaus nach dem Weltkrieg und der neuen Rolle West-Berlins.
Einige Jahre diente die Kongresshalle als Übergangsquartier für die Berliner Philharmoniker. Im Mai 1980 stürzte das Dach ein, weil die Spannglieder im Tragebalken durchgerostet waren. Ein Redakteur des SFB verlor unter den Trümmern sein Leben.
Von 1984 bis 1987 wurde das Dach mit neuer, stabilerer Konstruktion unter der planerischen Leitung von Peter Störl und Wolf-Rüdiger Borchardt wieder aufgebaut.
Seit 1989 wird die Kongresshalle als Haus der Kulturen der Welt genutzt. Es bietet mit einem breit gefächerten Programm aus Ausstellungen, Vorträgen und Konzerten der Kunst und Kultur außereuropäischer Länder ein Forum.
Weitere Informationen:
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Abbildungen:
Landesarchiv Berlin / Bert Sass
Landesarchiv Berlin / Ludwig Ehlers
Landesarchiv Berlin / Otto Hagemann
Haus der Kulturen der Welt / Sabine Wenzel
Haus der Kulturen der Welt / Frank Paul (2)
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