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Rundgang Mauerstreifen - Bauliche Entwicklung der Orte
Rings um den Reichstag
Die Ebertstraße am Ostrand des Tiergartens verbindet den Potsdamer Platz mit dem Reichstagsgebäude. Sie lag fast vollständig im Mauerstreifen. 1962 wurde deshalb die parallel verlaufende, bewusst nur nach ihrer Funktion benannte Entlastungsstraße eröffnet - eine provisorische Schneise durch den Park, die nach der Eröffnung des Tiergartentunnels wieder verschwinden soll.
Die neue Kuppel des alten Reichstags ist neben dem Brandenburger Tor zum zweiten Symbol der wiedervereinigten Stadt geworden. Dabei sah die Planung, mit der Lord Norman Foster 1992 den Wettbewerb zum Reichstagsumbau für sich entscheiden konnte, zunächst ein riesiges Dach vor, das den Reichstag und den davor liegenden Platz der Republik überspannen sollte. Die Kuppel in ihrer heutigen Form entstand erst im Laufe mehrerer Überarbeitungen.
1894 wurde das nach Plänen Paul Wallots gebaute Haus eröffnet. Am 9. November 1918 rief Scheidemann von einem der Fenster die Weimarer Republik aus. Am Abend des 27. Februar 1933 markierte der Brand des Hauses symbolhaft das Ende dieser Demokratie. Die schon damals zerstörte Kuppel wurde 1954 demontiert.
Paul Baumgarten lieferte in den 60er Jahren die Pläne für einen kleinteiligen Umbau des fast schon im Niemandsland gestrandeten riesigen Baus. Im Oktober 1990 fand hier die zentrale Vereinigungsfeier statt. Seit 1999 ist der Reichstag Sitz des Deutschen Bundestags und Wahrzeichen der neuen Bundeshauptstadt.
Nördlich des Reichstags steht heute auf dem einstigen Grenzstreifen am Spreeufer das Haus der Bundespressekonferenz. 1990 realisierte hier der Künstler Ben Wargin sein "Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt" - mit Mauersegmenten, auf denen er Jahr und Zahl der Mauertoten festhielt.
Das Werk ist heute in das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestags integriert. Unmittelbar neben der Freitreppe zur Spree liegt ein für die Öffentlichkeit zugänglicher runder Raum, in dem Wargins Werk zu sehen ist. Die Aufstellung der Segmente folgt dabei dem ursprünglichen Verlauf der Mauer. Ihre Aneinanderreihung soll ganz bewusst als schmerzhafter Fremdkörper in die Architektur einschneiden.
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Abbildungen:
Landesarchiv Berlin (2)
Jörg Küster
Partner für Berlin / FTB-Werbefotografie
Inge Johanna Bergner
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