Berlin-Tipps  

 

Rundgang Mauerstreifen - Bauliche Entwicklung der Orte

Niederkirchner Straße/Topographie des Terrors



An der Ecke Zimmer- und Wilhelmstraße verweist eine Hinweistafel der "Geschichtsmeile Berliner Mauer" auf das 1936 eröffnete Reichsluftfahrtministerium, das heute als Detlev-Rohwedder-Haus Sitz des Bundesfinanzministeriums ist.

Entlang der Niederkirchner Straße wurde 1990 ein Teilstück der Mauer unter Denkmalschutz gestellt. Ein Zaun schützte es vor destruktiven Souvenirjägern, die als "Mauerspechte" dem Baudenkmal zusetzten. Er wurde Ende 1999 zunächst erneuert, dann ganz abgebaut.

Hinter dieser Mauer liegt das Gelände, auf dem einst das 1739 erbaute und 1830 von Schinkel umgestaltete Prinz-Albrecht-Palais stand. In der NS-Zeit lagen hier die Hauptquartiere von Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt.

Mitte der 90er Jahre konkurrierten zwei Alternativprojekte zur Markierung der Mauerlinie: Die Künstlerin Angela Bohnen schlug einen doppelten Farbstreifen vor (rot für die Grenzmauer, blau für die Hinterlandmauer), während sich der Publizist Gerwin Zohlen für ein Kupferband stark machte. Das Kupferband wurde auf einer kleinen Strecke zwischen dem Martin-Gropius-Bau und dem Preußischen Landtag verlegt - als Test, der bis heute erhalten blieb.

Der Martin-Gropius-Bau wurde 1881 als Kunstgewerbemuseum eröffnet. Wiederaufgebaut nach Plänen von Winnetou Kampmann, wird er seit 1981 für spektakuläre Großausstellungen genutzt.

Im ehemaligen Preussischen Landtag tagt seit 1993 das Berliner Abgeordnetenhaus. Rolf und Jan Rave hatten 1991 bis 1993 das kurz vor der Jahrhundertwende nach Plänen von Friedrich Schulze errichtete Gebäude für diesen Zweck umgebaut. 1919 gründeten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg in diesem Gebäude die KPD.

Bei einem international ausgeschriebenen Wettbewerb zur Neugestaltung des Geländes konnte sich die Arbeitsgemeinschaft Ursula Wilms (Heinle, Wischer und Partner) und Prof. Heinz W. Hallmann durchsetzen. Seit dem 7. Mai 2010 präsentiert sich die Dauerausstellung "Topographie des Terrors" in dem neugebauten Dokumentationszentrum auf 800 qm. Die Freiluftausstellung im Graben entlang der erhaltenen Kellermauern wurde beibehalten und mit Glas überdacht. Zusätzlich entstand ein Geländerundgang mit 15 Stationen, orientiert an Gebäuderesten.

Weitere Informationen:

  Jahreszahl Karte
Niederkirchner Straße
Niederkirchner Straße
Niederkirchner Straße/Topographie des Terrors; Foto: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin / Thie
Niederkirchner Straße/Topographie des Terrors; Foto: Inge Johanna Bergner
 



Mauerportal / Berlin.de


Abbildungen:
Landesarchiv Berlin
Landesarchiv Berlin / Klaus Lehnartz
Landesarchiv Berlin / Thomas Platow
Presse- und Informationsamt des Landes Berlin / Thie
Inge Johanna Bergner
 
 


 
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