Im Jahre 1895 wurde die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche geweiht. Sie sollte zuerst auf dem Wittenbergplatz entstehen, wurde dann aber aus Kostengründen weiter an den Stadtrand verlegt - zum Breitscheidplatz. Der Monumentalbau nach Entwürfen Franz Schwechtens erinnerte in seiner äußeren Gestalt an eine Kaiserpfalz. Er wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt.
Die Turmruine, die zurückblieb, integrierte der Karlsruher Architekt Egon Eiermann auf Drängen der Bevölkerung in den 1961 eröffneten Neubau. Ein neuer Turm und das Kirchenschiff mit seinem oktagonalen Grundriss rahmen das Relikt ein als Mahnmal für die Zerstörungen des Krieges.
Die beiden Neubauten bestehen aus blau verglasten Wabenelementen. Eine leicht erhöhte Plattform verbindet die einzelnen Teile zum Ensemble. Mitte der neunziger Jahre wurde erst das Kirchenschiff, danach auch der Glockenturm saniert. 2004 eröffnete ein neuer Pavillon am Ruinenturm, in dem ein Kirchenshop untergebracht ist. Seit Herbst 2010 ist mit der notwendigen Restaurierung der Kirche begonnen worden. Die Gelder wurden zu einem großen Teil durch Spenden erbracht.
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