Berlin-Tipps  

 

Vom Alexanderplatz zum Pariser Platz

Deutsches Historisches Museum



Das Zeughaus, heute Domizil des Deutschen Historischen Museums, ist Berlins größter erhaltener Barockbau. Vier Baumeister arbeiteten von 1695 bis 1706 an dem Waffenarsenal. Der erste, Arnold Nering, starb kurz nach Grundsteinlegung, sein Nachfolger Martin Grünberg trat 1698 zurück; der dritte, Andreas Schlüter, der die berühmten Masken sterbender Krieger schuf, wurde seines Amtes enthoben, weil die von ihm statisch fehlgeplante Attika einstürzte. Erst Jean de Bodt vollendete den Bau - vorerst.

1877 lieferte Friedrich Hitzig die Pläne, nach denen das Zeughaus zur preußischen Ruhmeshalle mit Militärmuseum umgebaut wurde. 1952 beauftragte die DDR-Führung Otto Haesler mit der Restaurierung und Neugestaltung für das Museum für Deutsche Geschichte.

Das Deutsche Historische Museum wurde 1987 im Westteil der Stadt mit einem feierlichen Akt im Reichstag aus der Taufe gehoben. Damals plante man für das Museum einen Neubau am Reichstag. 1988 wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den Aldo Rossi gewann. Mit dem Mauerfall änderte sich die Lage: Das Gelände wurde für den Neubau des Kanzleramts gebraucht.

Das Deutsche Historische Museum übernahm 1990 das DDR-Museum für Deutsche Geschichte und mit ihm das Zeughaus. Seine Fassade wurde in den Jahren 1994 bis 1998 saniert, wobei man farblich vom bisherigen Gelb zum historisch verbürgten Rosa zurückkehrte.

1996 beauftragte Bundeskanzler Kohl den Gropius-Schüler und Meister der gläsernen Eingangspyramide des Pariser Louvre, Ieoh Ming Pei, mit der Gestaltung eines Erweiterungsbaus an der Nordseite. Pei und sein deutsches Kontaktbüro Eller + Eller lieferten die Entwürfe für einen geschlossenen Bau auf dreieckigem Grundriss. An seiner Südseite sind dem Steinbau ein viergeschossiges verglastes Foyer und eine gläserne Treppenspindel vorgelagert. Ein Tunnel verbindet das Foyer mit dem Zeughaus.

Dessen Hof wurde - wie bereits 1877 von Hitzig - wieder überdacht. Die filigrane Glaskuppel entwickelte Pei mit dem Stuttgarter Ingenieurbüro Schlaich, Bergermann und Partner. 1998 begannen die Bauarbeiten, 2003 wurde der Neubau mit der ersten Wechselausstellung eingeweiht. Seit April 2004 ist auch der Schlüterhof wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Weitere Informationen:


  Jahreszahl Deutsches Historisches Museum
Deutsches Historisches Museum, 2005; Foto: Inge Johanna Bergner
Deutsches Historisches Museum, Schlüterhof, 2005; Foto: Inge Johanna Bergner
Deutsches Historisches Museum, 2008; Foto: Ina Dorendorf
 





Abbildungen:
Landesarchiv Berlin (2)
Archiv
Inge Johanna Bergner (2)

 
 


 
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Württembergische Straße 6, 10707 Berlin
Telefonzentrale: 030 90139-3000 / Berliner Behördenrufnummer: 115

PDF-Dateien öffnen mit Firefox

Das Browser Firefox hat seit einigen Monaten ein Problem mit dem Laden von PDF-Dateien. mehr